Newsletter 26/27-04: 25.09.2026

Liebe Schulgemeinschaft,

dies ist der letzte Newsletter vor den Herbstferien. Ich wünsche Ihnen allen gute Erholung und freue mich, Sie am 19. Oktober wiederzusehen! Vorher möchte ich mit Ihnen aber noch ein paar Gedanken zum ausgebliebenen PISA-Schock 2026 teilen.

Vor zwei Wochen wurden die Ergebnisse von PISA 2025 veröffentlicht. Die Leistungen der 15-Jährigen in Deutschland sind erneut gesunken und liegen inzwischen auf dem niedrigsten Niveau seit Beginn der Erhebungen. Im Lesen und in Mathematik erreicht etwa ein Drittel nicht einmal die grundlegende Kompetenzstufe, in den Naturwissenschaften ist es rund ein Viertel. Die Ergebnisse sind damit schlechter als zu Beginn der PISA-Studien, als der Begriff vom „PISA-Schock“ geprägt wurde und eine breite gesellschaftliche Debatte über Schule und Bildung begann. Die OECD fasst die Ergebnisse für Deutschland ausführlich zusammen.

Diesmal ist von einem solchen Schock wenig zu spüren. Es gab einige Tage lang Schlagzeilen, Interviews und die bekannten Forderungen nach mehr Sprachförderung, Basiskompetenzen, Verbindlichkeit oder einem neuen Bildungsgipfel. Inzwischen ist es außerhalb der üblichen Bildungsbubbles schon wieder erstaunlich ruhig geworden. Der Befund scheint sich einzureihen in die vielen schlechten Nachrichten, an die man sich irgendwann gewöhnt. Das finde ich fast beunruhigender als die erneut gesunkenen Punktwerte. Ein Bildungssystem, in dem ein wachsender Teil der Jugendlichen die Mindestanforderungen nicht erreicht, sollte eigentlich ein großes gesellschaftliches Thema sein und nicht nach wenigen Tagen wieder aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwinden.

Dabei lohnt es sich, die Studie genauer anzusehen. Denn die öffentliche Diskussion hat sich stark auf die gesunkenen Durchschnittswerte konzentriert. Einige andere Ergebnisse erzählen mindestens ebenso viel über den Zustand unseres Bildungssystems. Dazu gehört zunächst, dass Deutschland keineswegs nur ein Problem mit besonders leistungsschwachen Schülerinnen und Schülern hat. Rund ein Fünftel der 15-Jährigen erreicht in keinem der drei untersuchten Bereiche ausreichende Basiskompetenzen. Gleichzeitig wird aber auch die Leistungsspitze kleiner. In Mathematik ist der Anteil besonders leistungsstarker Jugendlicher von 13 auf 8 Prozent gesunken, im Lesen von 12 auf 7 Prozent. Nur noch drei Prozent erreichen in allen drei Bereichen die höchsten Kompetenzstufen. Der Leistungsrückgang betrifft damit nicht nur eine bestimmte Gruppe, sondern zieht sich durch weite Teile der Schülerschaft. Eine ausführliche Einordnung der deutschen Ergebnisse findet sich beim DIPF.

Bemerkenswert sind in diesem Zusammenhang auch Ergebnisse, die mit den eigentlichen Leistungstests zunächst wenig zu tun zu haben scheinen. 33 Prozent der Jugendlichen in Deutschland stimmen der Aussage zu, Schule sei Zeitverschwendung. Im OECD-Durchschnitt sind es 24 Prozent. Gleichzeitig beschreiben sich 77 Prozent der Jugendlichen in Deutschland als neugierig auf viele verschiedene Dinge. Das passt nicht recht zu der gelegentlich zu hörenden Diagnose einer grundsätzlich desinteressierten oder lernunwilligen Generation. Es legt eher die Vermutung nahe, dass Schule vorhandene Neugier nicht immer in erfolgreiches Lernen übersetzen kann. Auch diese Befunde finden sich in der OECD-Ländernotiz zu Deutschland. Besonders bedrückend bleibt der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg. Bei sozioökonomisch benachteiligten Jugendlichen erreichen lediglich zwei Prozent hohe naturwissenschaftliche Kompetenzen, bei privilegierten Jugendlichen sind es rund 25 Prozent. Der sozioökonomische Status erklärt in Deutschland 19 Prozent der Leistungsunterschiede in den Naturwissenschaften, im OECD-Durchschnitt sind es 12 Prozent. Der Zusammenhang zwischen Herkunft und Leistung ist bei uns inzwischen stärker als jemals zuvor bei PISA. Das ist auch deshalb ernüchternd, weil genau dieser Befund bereits im Zentrum des ersten PISA-Schocks vor einem Vierteljahrhundert stand. Dass andere Länder mit ebenfalls heterogenen Schülerschaften deutlich geringere Zusammenhänge zwischen Herkunft und Leistung aufweisen, zeigt zudem, dass dieser Zustand keineswegs zwangsläufig ist.

Wenig Aufmerksamkeit haben bisher die Ergebnisse bekommen, die unmittelbar den Unterricht betreffen. Nur 56 Prozent der Jugendlichen in Deutschland berichten, dass sich ihre Lehrkraft in den meisten naturwissenschaftlichen Unterrichtsstunden für ihren individuellen Lernfortschritt interessiert. Im OECD-Durchschnitt sind es 69 Prozent. 55 Prozent erleben regelmäßig, dass etwas so lange erklärt wird, bis sie es verstanden haben, gegenüber 66 Prozent im OECD-Durchschnitt. Gleichzeitig geben 21 Prozent an, in den meisten oder allen Naturwissenschaftsstunden nicht gut arbeiten zu können, und 34 Prozent berichten, dass Mitschülerinnen und Mitschüler der Lehrkraft nicht zuhören. Diese und weitere Befunde zur Unterrichtsqualität dokumentiert ebenfalls die OECD in ihrer Auswertung für Deutschland.

Solche Zahlen eignen sich nicht für einfache Schuldzuweisungen an Lehrkräfte. Unterricht findet unter Bedingungen statt, die Schule und einzelne Lehrkräfte nur teilweise beeinflussen können. Trotzdem berühren diese Ergebnisse einen Kern von Schule, über den erstaunlich selten gesprochen wird. Zwischen einem erteilten Unterricht und dem Lernen der Schülerinnen und Schüler besteht keine automatische Verbindung. Ein Thema kann behandelt worden sein, ohne dass es verstanden wurde. Eine Klassenarbeit kann geschrieben und benotet werden, ohne dass daraus eine gezielte Förderung entsteht. Fördermaßnahmen können durchgeführt werden, ohne dass wir wissen, ob sie tatsächlich etwas bewirken. Gerade deshalb sind Lernstandsdiagnostik, Rückmeldung und eine Umgebung, in der konzentriertes Lernen möglich ist, keine pädagogischen Nebenthemen.

Kai Maaz vom DIPF hat seine Einordnung der neuen Ergebnisse mit dem Satz überschrieben, der Engpass im Bildungssystem liege „zwischen Wissen und Wirkung“. Das trifft aus meiner Sicht einen wichtigen Punkt. Seit dem ersten PISA-Schock haben wir Bildungsstandards eingeführt, Vergleichsarbeiten entwickelt, Kompetenzmodelle erstellt und ein umfangreiches Bildungsmonitoring aufgebaut. Wir wissen heute wesentlich mehr über die Stärken und Schwächen unseres Bildungssystems als vor 25 Jahren. Trotzdem sind die Leistungen gesunken und der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg ist größer geworden.

Vielleicht liegt darin tatsächlich das zentrale Problem. Es fehlt uns nicht in erster Linie an Erkenntnissen. Schwieriger ist der Weg von der Erkenntnis zur Veränderung. Diagnostizierter Förderbedarf führt nicht automatisch zu wirksamer Förderung. Erfolgreiche Modellprojekte verändern nicht automatisch den schulischen Alltag. Erkenntnisse der Bildungsforschung kommen nicht automatisch im Unterricht an. Und auch guter Unterricht führt nicht automatisch bei allen Schülerinnen und Schülern zum gleichen Lernerfolg. Genau an diesen Übergängen entscheidet sich aber, ob ein Bildungssystem aus seinen eigenen Erkenntnissen lernen kann.

Für unsere eigene Schulentwicklung ist dieser Befund durchaus relevant. Wenn wir uns mit Kompetenzrastern, Lernbegleitung, selbstorganisiertem Lernen oder Lernruhe beschäftigen, sollte es nicht darum gehen, Schule um möglichst viele neue pädagogische Konzepte zu ergänzen. Entscheidend ist vielmehr, genauer zu wissen, wo Schülerinnen und Schüler in ihrem Lernen stehen, ihnen verständliche Rückmeldungen zu geben, passende Unterstützung anzubieten und anschließend auch zu prüfen, ob diese Unterstützung erfolgreich war. Dazu gehört ebenso eine Lernumgebung, in der konzentriertes Arbeiten möglich ist.

PISA 2025 liefert dafür keine fertigen Lösungen. Die Studie zeigt aber ziemlich deutlich, dass ein einfaches „Weiter so“ keine besonders überzeugende Antwort sein kann. Umso erstaunlicher ist, wie schnell wir gesellschaftlich schon wieder beim Alltag angekommen sind. Vielleicht wäre es deshalb ganz gut, wenn uns diese PISA-Ergebnisse doch noch ein wenig länger beschäftigen würden.

Ihr

Erik Grundmann

Und hier wieder als Angebot, ein paar Links, Tipps und Empfehlungen:

(Dieser Bereich fällt aktuell leider etwas knapper aus, weil meine zeitlichen Ressourcen im Moment nicht mehr hergeben)

Interessantes
Der „Pisaversteher“, Bildungsjournalist Christian Füller, schreibt in seinem neuen Blogartikel, dass das neue Abitur schon veraltet ist, bevor es überhaupt abgenommen wurde: https://pisaversteher.com/2026/09/17/das-neue-abitur-ist-veraltet-bevor-es-das-erste-mal-abgenommen-wird/.
Der Schulleiter Jonas Engler berichtet, wie er mit Vibe-Coding in kurzer Zeit eine Verwaltungssoftware für seine Schule erstellt hat: https://jonasengeler.de/blog/ki-assistent-schulorganisation/.

Schulentwicklung
Hauke Pölert macht sich Gedanken zu KI und Schulentwicklung und betont in diesem Kontext, dass diese ein zyklischer Prozess sein muss: https://unterrichten.digital/2026/09/20/ki-schule-kurs-prozess/.

Smartphone und Social-Media
Eigentlich auch eine Hörempfehlung, passt hier aber thematisch gut. Der Podcast „Smartphone Sprechstunde“ von Niki Löwenstein und Andrea Buhl-Aigner beschäftigt sich mit wichtigen Themen rund um das Smarthone für Eltern: https://open.spotify.com/show/0NW49OphxRj7rrrvE0g6yE.

KI
Noch einmal Hauke Pölert, er beschäftigt sich auf seiner Homepage mit vier aktuellen KI-Studien. Eine zentrale Kontur: Mit KI können sichtbare Leistungen steigen, ohne dass der Lernzuwachs im gleichen Maße wächst. Entscheidend ist offenbar weniger das verwendete Sprachmodell als die didaktische Gestaltung seiner Nutzung. Für Schule folgt daraus eine unbequeme Frage: Welche Denkprozesse dürfen wir an KI delegieren – und welche müssen Lernende weiterhin selbst durchlaufen, um später überhaupt kompetent mit KI arbeiten zu können? https://unterrichten.digital/2026/09/17/studien-ki-schule-lernen-infoposter/.
Bei Manuel Flick gibt es einen E-Mail-Kurs für Lehrkräfte zum Einstieg in „Claude“: https://www.manuelflick.de/claude-kurs. Ich habe mir jetzt auch Claude geholt und schon eine erste Übungs-App gebastelt.

Tipps für den Unterricht
Wie sagt Stefan Ruppaner: „Unterricht ist aller Übel Anfang“ 😉

Leseempfehlung
Aus der Upgrade-Reihe von Klett-Kallmayer: Sobel, Martina; Alpoguz; Leistungsmessung und Beurteilung. Wege in eine veränderte Prüfungskultur, Hannover 2024.

Hörempfehlung
Aladin El-Mafaalani im Podcast „Politik mit Anne Will“ zu PISA, Vernachlässigung, Kindern und Demokratie: https://podcasts.apple.com/de/podcast/pisa-was-macht-die-vernachl%C3%A4ssigung-von-kindern-mit/id1740744367?i=1000790176959

Sehempfehlung
Ein schöne Folge von Checker Tobi zum Thema KI: https://www.ardmediathek.de/video/checker-reportagen/wie-ki-unser-leben-verandert/ard/Y3JpZDovL2JyLmRlL2Jyb2FkY2FzdC9hM2ZjZGU3Yi0xMzU1LTQzMWQtOTYwZi00OTZkYzAyODBjZDNfb25saW5lYnJvYWRjYXN0?isChildContent.
ZDF 37 Grad-Doku zur Macht der Klicks bei Kindern:  https://www.zdf.de/play/reportagen/37-grad-104/37-klicks-um-jeden-preis-100.

Veranstaltungsempfehlung
Wer in den hessischen Herbstferien noch nichts vorhat, kann, wie ich, nach NRW zu den Kamener Schulgesprächen kommen. Termin ist der 12.10.26 im Schulzentrum in Kamen: Tickets hier: https://event-buddy.de/events/das-5-kamener-schulgespraech, Infos da: https://t1p.de/SG2026.

Spaß im Netz
https://neal.fun/wonders-of-street-view/.

Newsletter 26/27 -03: 11.09.2026

Liebe Schulgemeinschaft,

ich möchte heute erklären, warum wir keine Kinderfotos auf der Homepage veröffentlichen

Wer in letzter Zeit auf unsere Homepage oder unsere Social-Media-Kanäle geschaut hat, wird vielleicht bemerkt haben, dass dort kaum noch erkennbare Fotos unserer jüngeren Schülerinnen und Schüler zu finden sind. Das ist kein Zufall. Wir haben uns entschieden, bis einschließlich Jahrgang 7 grundsätzlich keine Fotos mehr zu veröffentlichen, auf denen Schülerinnen und Schüler erkennbar sind.

Dabei geht es nicht darum, dass solche Fotos grundsätzlich verboten wären. Mit entsprechenden Einwilligungen könnten wir sie weiterhin veröffentlichen. Wir haben uns trotzdem dagegen entschieden, denn die entscheidende Frage lautet für uns heute nicht mehr nur, ob wir dieses Fotos veröffentlichen dürfen, sondern auch: Was kann mit diesem Fotos geschehen, wenn sie einmal öffentlich im Internet stehen?

Ein harmloses Foto muss nicht harmlos bleiben

Ein öffentlich zugängliches Foto kann gespeichert, kopiert, automatisiert gesammelt und mit weiteren Informationen verknüpft werden; das war grundsätzlich schon immer so. Durch Künstliche Intelligenz haben sich die Möglichkeiten des Missbrauchs jedoch erheblich verändert.

Heute können Bilder realer Menschen mit vergleichsweise geringem Aufwand manipuliert werden. Sogenannte „Nudification“-Anwendungen können beispielsweise aus einem normalen Foto künstliche Nacktaufnahmen oder sexualisierte Darstellungen erzeugen.

Die Internet Watch Foundation (IWF) und die britische National Crime Agency warnen inzwischen ausdrücklich davor, dass Täter frei zugängliche Bilder von Kindern nutzen, um daraus realistisch wirkende sexualisierte Inhalte zu erstellen.

Wie rasant diese Entwicklung verläuft, zeigen aktuelle Zahlen: Die IWF identifizierte im Jahr 2025 8.029 realistisch wirkende KI-generierte Bilder und Videos mit Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs. Besonders drastisch ist die Entwicklung bei Videos: 2024 registrierte die IWF 13 entsprechende KI-generierte Videos, 2025 waren es 3.443 – mehr als das 260-Fache innerhalb nur eines Jahres.

Auch die deutsche Medienkompetenzinitiative klicksafe warnt inzwischen ausdrücklich davor, Kinderbilder unbedacht öffentlich zu teilen: Mithilfe von KI können aus scheinbar harmlosen Bildern sexualisierte Darstellungen erzeugt und verbreitet werden. Die aktuelle Kampagne trägt einen bemerkenswert eindeutigen Titel: #KinderSindKeinContent.
Hinzu kommen weitere Risiken. Fotos, Namen, Schule, Alter, Hobbys und andere öffentlich verfügbare Informationen können zusammengeführt werden und Teile einer digitalen Identität ergeben. Sie können für Fake-Profile, Identitätsmissbrauch oder auch zur gezielten Kontaktaufnahme mit Kindern verwendet werden. Auch deshalb gehört der Schutz persönlicher Informationen zur Prävention von Cybergrooming.

Auch öffentliche Einrichtungen tragen Verantwortung

Diese Diskussion findet inzwischen auch auf politischer Ebene statt. Die unabhängige Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ des Bundes hat im Juni 2026 ihre Handlungsempfehlungen unter dem Titel „Entwicklung stärken, Verantwortung übernehmen“ vorgelegt.

Darin geht es ausdrücklich um den Schutz der Privatsphäre von Kindern, um einen verantwortungsvollen Umgang öffentlicher Einrichtungen mit Kinderbildern und um einen besseren Schutz vor missbräuchlichen Deepfakes und Deepnudes. Die Frage, welche Bilder eine Schule von Kindern ins offene Internet stellt, ist damit für uns nicht lediglich eine Frage des Datenschutzes oder der Öffentlichkeitsarbeit, sie ist eine Frage des Kinder- und Jugendmedienschutzes.

Wir haben uns beraten lassen

Wir haben unsere Entscheidung deshalb auch nicht spontan getroffen. Frau Manzoni und ich haben uns in einer Videokonferenz ausführlich von Silke Müller beraten lassen. Die ehemalige Schulleiterin, Autorin und Expertin für digitale Ethik beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit den digitalen Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen und hat zuletzt auch konkrete Empfehlungen zum Umgang von Schulen, Kitas und Vereinen mit Kinderbildern veröffentlicht.

Viele aus unserer Schulgemeinschaft kennen Silke Müller bereits. Sie war vergangenen Jahr auf Einladung des Fördervereins der Weibelfeldschule und von mir im Bürgerhaus Dreieich zu Gast und hat dort eindrücklich über die Chancen, aber auch die Schattenseiten der digitalen Welt unserer Kinder gesprochen.

Aus der Beratung ist für uns ein einfacher Grundsatz entstanden: Wir müssen nicht alles veröffentlichen, nur weil wir es dürfen.

Schutz und zunehmende Selbstbestimmung

Konkret bedeutet das: Bis einschließlich Jahrgang 7 veröffentlichen wir auf unserer Homepage und unseren Social-Media-Kanälen grundsätzlich keine Fotos mehr, auf denen Schülerinnen und Schüler erkennbar sind. Wir wollen diese Regel auch nicht durch Fotos von hinten oder ähnliche Konstruktionen umgehen.

Natürlich endet das Schutzbedürfnis nicht mit dem Wechsel von Jahrgang 7 in Jahrgang 8. Wir müssen im Schulalltag aber eine praktikable Grenze ziehen. Gleichzeitig verändert sich mit zunehmendem Alter etwas anderes. Jugendliche sollen immer stärker selbst darüber nachdenken und mitentscheiden, ob und wie sie in der digitalen Öffentlichkeit sichtbar sein möchten.

Der bewusste Umgang mit der eigenen digitalen Identität ist schließlich selbst Teil der Medienbildung. Kinder- und Jugendmedienschutz sollten deshalb aus unserer Sicht beides leisten, nämlich jüngere Kinder besonders schützen und Heranwachsende zunehmend zu selbstbestimmten Entscheidungen befähigen.

Ab Jahrgang 8 können wir daher weiterhin Fotos veröffentlichen, wenn die erforderlichen Einwilligungen vorliegen. Aber auch dann gilt: Eine Einwilligung verpflichtet uns nicht zur Veröffentlichung. Wir werden weiterhin sorgfältig überlegen, welche Bilder wirklich ins offene Internet gehören und wir wollen, dass die Schülerinnen und Schüler mitentscheiden, welche Bilder veröffentlicht werden. Das macht unsere Öffentlichkeitsarbeit nicht unbedingt einfacher. Schule lebt von Menschen, Begegnungen, Projekten, Aufführungen, Sport, Fahrten und gemeinsamem Lernen und natürlich möchten wir davon erzählen. Wir werden deshalb andere Wege finden, unser Schulleben sichtbar

zu machen, ohne dafür die Gesichter unserer jüngeren Schülerinnen und Schüler ins offene Internet zu stellen, dabei können auch Illustrationen von KI eine Rolle spielen, die natürlich entsprechend gekennzeichnet werden.

Denn am Ende bleibt für uns ein entscheidender Unterschied:

Wir können mit den Jugendlichen gemeinsam entscheiden, welches Foto wir ins Internet stellen. Wir können aber nicht mehr entscheiden, was andere anschließend mit diesem Foto machen.

Und deshalb gilt für uns im Zweifel: Kinderschutz geht vor Öffentlichkeitsarbeit.

All das gilt natürlich auch für die Veröffentlichung von Bildern auf den Social Media-Kanälen von Jugendlichen und denen ihrer Eltern.

Quellen und weiterführende Informationen

(Dieser Text ist mit Unterstützung von KI entstanden)

Ihr

Erik Grundmann

Und hier wieder als Angebot, ein paar Links, Tipps und Empfehlungen:

(Dieser Bereich fällt aktuell leider etwas knapper aus, weil meine zeitlichen Ressourcen im Moment nicht mehr hergeben)

Interessantes
Heute gibt es hier aus aktuellem Anlass einen kleinen PISA-Schwerpunkt.

Das „Deutsche Schulportal“ fasst die zehn wichtigsten Ergebnisse der Studie zusammen: https://deutsches-schulportal.de/bildungswesen/die-zehn-wichtigsten-ergebnisse-der-pisa-studie-2025/.
Wir wissen längst, wo die Probleme unseres Bildungssystems liegen. Trotzdem gelingt es zu selten, aus Diagnosen wirksame Förderung und aus erfolgreichen Projekten dauerhafte Strukturen zu entwickeln. Angesichts der alarmierenden Ergebnisse von PISA 2025 fordert DIPF-Direktor Kai Maaz deshalb einen entscheidenden Perspektivwechsel: Deutschland muss nicht nur seine Diagnosefähigkeit, sondern vor allem seine Wirkungsfähigkeit verbessern. Ein sehr lesenswerter Impuls über Unterrichtsqualität, bedarfsgerechte Ressourcen und die Lücke zwischen Wissen und Wirkung: https://www.dipf.de/de/dipf-aktuell/mediathek-1/einblicke-und-denkanstoesse/pisa-2025-der-engpass-liegt-zwischen-wissen-und-wirkung. Außerdem gibt es ein Interview mit ihm in der FR: https://www.fr.de/politik/pisa-studie-deutsche-15-jaehrige-schlechter-als-beim-allerersten-test-94480924.html.
Hier gibt es einen Auszug aus der aktuellen Studie: https://www.oecd.org/content/dam/oecd/de/publications/reports/2026/09/pisa-2025-results-volume-i_5265bfb1/1562a447-de.pdf.
Und hier gibt es Hintergründe zum Verfahren: https://deutsches-schulportal.de/bildungswesen/wer-misst-hier-eigentlich-wen-so-funktioniert-die-pisa-studie/.
Die offizielle Landingpage der OECD: https://www.oecd.org/en/about/programmes/pisa.html.
Weitergehendes Hintergrundwissen bei Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/PISA-Studien.

Schulentwicklung
Hendrik Haverkamp im „Deutschen Schulportal“ zur De-Implementierung von Korrekturen: https://deutsches-schulportal.de/expertenstimmen/korrekturen-de-implementierung-einer-sinnlosen-praxis/.

Smartphone und Social-Media
„Klicksafe“ hat eine neue Infobroschüre zu Online-Spielen herausgebracht: https://www.klicksafe.de/materialien/digitale-spiele-tipps-fuer-eltern.

KI
Kehrt Skandinavien wirklich zu Buch und Stift zurück? Hauke Pölert räumt mit einer häufig zitierten, aber irreführenden Erzählung auf. Schweden stärkt angesichts sinkender Lesekompetenzen analoge Grundlagen in den jüngeren Jahrgängen. Dänemark schützt eigenständiges Denken in Prüfungssituationen. Norwegen setzt seine Digitalisierungsstrategie fort und führt altersbezogene Regeln für KI ein. Die entscheidende Frage lautet daher nicht analog oder digital, sondern welches Medium in welcher Lernphase welchen Kompetenzerwerb unterstützt. Ein wichtiger Beitrag für eine sachlichere Debatte über Digitalisierung, KI und zeitgemäße Prüfungsformate: https://unterrichten.digital/2026/09/03/skandinavien-ki-digitalisierung-schule/.
Lisa Born berichtet in einem Gastbeitrag auf der Homepage von Joscha Falck über eine Erfahrung mit KI im Latein-Unterricht: https://joschafalck.de/lernpartner-latein/.
Eine neue systematische Übersicht zeigt: Ob KI das Lernen unterstützt oder eigenständiges Denken verdrängt, hängt vor allem von Aufgabenstellung, Prüfungskultur und KI-Kompetenz ab. Besonders problematisch wird es, wenn Lernende nicht nur Arbeitsschritte, sondern auch Quellenprüfung, Interpretation und Urteilsbildung an die KI delegieren: https://www.frontiersin.org/journals/education/articles/10.3389/feduc.2026.1878665/full.
Die American Psychological Association fasst den aktuellen Forschungsstand zur KI-Nutzung von Kindern und Jugendlichen zusammen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wann KI sinnvoll entlastet und wann sie Denkprozesse, Selbstregulation und soziale Erfahrungen ersetzt, die junge Menschen erst noch entwickeln müssen: https://www.apa.org/monitor/2026/09/ai-brain-development-youth.

Tipps für den Unterricht
Wie selbstverständlich sind unsere Vorstellungen von Fleiß, Leistung, Disziplin oder angemessenem Verhalten wirklich? Der Beitrag über Habitussensibilität im „Deutschen Schulportal“ zeigt, wie die eigene soziale Herkunft den Blick von Lehrkräften prägt und unbewusst zur Benachteiligung von Schülerinnen und Schülern beitragen kann. Eine anregende Einladung, die eigene pädagogische Haltung mit produktiver Skepsis zu betrachten und Bildungsgerechtigkeit auch als Aufgabe der Schul- und Beziehungskultur zu verstehen: https://deutsches-schulportal.de/schulkultur/habitussensibilitaet-warum-lehrkraefte-der-eigenen-haltung-mit-skepsis-begegnen-sollten/.

Leseempfehlung
Bob Blume: Warum noch lernen. Wie Schule in Zeiten von KI, Krisen und sozialer Ungerechtigkeit aussehen muss, Mosaik 2024.
Die ideale Vorbereitung auf den Vortrag am 23.09. Bob Blume beschäftigt sich mit vielen Aspekten den Bildungssystems, wo es knarzt und was man besser machen müsste. Im Kern steht die Frage: Was bedeutet Lernen im 21. Jahrhundert und welchen Bildungsbegriff brauchen wir dafür.

Hörempfehlung
Florian Nuxoll hat die 3. Folge seines mit KI generierten Podcast „Die Schule am Mühlbach“ veröffentlicht. In diesem werden auf unterhaltsame Weise aktuelle Trends aus der Jugend und Social Media vorgestellt und erklärt: https://www.podcast.de/podcast/3734929/die-schule-am-muehlbach.

Sehempfehlung
„KI macht Schule: Was wir von China lernen können – Tech, KI & Schmetterlinge“ mit Sascha Lobo: https://www.youtube.com/watch?v=U7mAEi2JkI0&t=33s.
Interview mit Felix Koleve, einem Schulleiter der sich mit Vibe-Coding seine eigene Schulsoftware gebaut hat: https://www.youtube.com/watch?v=KpyFA9GWLU8.

Veranstaltungsempfehlung

Außerdem:
Zwar nicht ganz unsere Region, aber dennoch eine spannende Veranstaltung mit interessanten Gästen von Andreas Schleicher über Margret Rasfeld bis Stefan Ruppaner. Die „4. Nacht der Redner Edition Zukunftsschule“ am 6. November in Hamburg. Tickets und weitere Infos gibt es hier: https://www.eventbrite.de/e/4-nacht-der-redner-edition-zukunftsschule-tickets-1991188749150.

Spaß im Netz
https://neal.fun/unusual-suspects

Newsletter 26/27 – 02: 28.08.2026

Liebe Schulgemeinschaft,

ich will keine Spaßbremse sein und mir ist auch klar, dass etwas Risiko und Sorglosigkeit zum Aufwachsen gehören, dennoch mache ich mir Sorgen um den Umgang von E-Scootern bei unseren Schülerinnen und Schülern.

Ich beobachte sehr häufig, wie zwei, manchmal sogar drei, Schülerinnen und Schüler auf einem Scooter unterwegs sind. Gerne wird dabei auch noch mit dem Handy hantiert und wenig Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer genommen.

Klar, E-Scooter sind praktisch, schnell und unkompliziert. Leider zeigt sich inzwischen aber auch eine andere Seite. Nach den aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes gab es 2025 deutschlandweit 16.496 E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden. Das sind 38 Prozent mehr als noch 2024 und bereits damals waren die Unfallzahlen um fast 27 Prozent gestiegen. 38 Menschen kamen 2025 bei E-Scooter-Unfällen ums Leben, fast 1.900 wurden schwer verletzt. (https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/07/PD26_N049_462.html)

Das hängt sicher auch mit den steigenden Nutzerzahlen zusammen, dennoch sind das beeindruckende Zahlen.

Besonders nachdenklich macht uns als Schule: Mehr als die Hälfte der verunglückten E-Scooter-Fahrenden war jünger als 25 Jahre. Auch aus Hessen kommen deutliche Zahlen: In Frankfurt erlitt 2025 nahezu jeder dritte verletzte Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren seine Verletzungen im Zusammenhang mit einem E-Scooter-Unfall. (https://www.polizei.hessen.de/die-polizei/statistik/verkehrsunfallstatistiken/verkehrsunfallstatistik-des-polizeipraesidiums-frankfurt-am-main)

Dabei lassen sich viele Risiken vermeiden. E-Scooter dürfen nur von einer Person gefahren werden. Gehwege sind grundsätzlich tabu; wo vorhanden, müssen Radwege oder Schutzstreifen benutzt werden. Und auch wenn keine allgemeine Helmpflicht besteht: Ein Helm kann bei einem Sturz einen entscheidenden Unterschied machen.

Deshalb unsere Bitte, gerade zu Beginn des neuen Schuljahres: Sprechen Sie auch zu Hause über sicheres und rücksichtsvolles Fahren. Und an unsere Schülerinnen und Schüler: Ein E-Scooter ist ein tolles Verkehrsmittel, aber eben kein Spielzeug. Fahrt aufmerksam, fahrt nicht zu zweit und nehmt Rücksicht auf andere.

Denn das Wichtigste ist nicht, möglichst schnell zur Schule zu kommen, sondern sicher anzukommen.

Hier habe ich noch einmal die wichtigsten geltenden Regeln zusammengefasst:

  • Mindestalter 14 Jahre: Jüngere Kinder dürfen E-Scooter im öffentlichen Straßenverkehr nicht fahren.
  • Nur eine Person: Zu zweit auf einem E-Scooter zu fahren ist verboten – unabhängig davon, wie kurz die Strecke ist.
  • Radweg statt Gehweg: Wo Radwege oder Radfahrstreifen vorhanden sind, müssen diese benutzt werden. Fehlen sie, darf auf der Fahrbahn gefahren werden. Auf reinen Gehwegen ist das Fahren grundsätzlich nicht erlaubt.
  • Maximal 20 km/h: Für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassene E-Scooter dürfen bauartbedingt höchstens 20 km/h fahren.
  • Versicherung ist Pflicht: Der Scooter benötigt eine Betriebserlaubnis und eine gültige Versicherungsplakette.
  • Nicht freihändig fahren: Auch das Anhängen an andere Fahrzeuge ist verboten.
  • Rücksicht nehmen: Auf gemeinsamen Geh- und Radwegen haben Fußgänger Vorrang und dürfen weder behindert noch gefährdet werden.
  • Alkohol ist keine gute Idee: Weil E-Scooter Kraftfahrzeuge sind, gelten die entsprechenden Alkoholgrenzen des Straßenverkehrsrechts – und für Fahranfänger sowie unter 21-Jährige die Null-Promille-Regel.
  • Handy weg während der Fahrt: Für die Nutzung von Mobiltelefonen gelten dieselben Grundregeln wie bei anderen Kraftfahrzeugen.

Und natürlich gilt auch das zentrale Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme aus der Straßenverkehrsordnung.

Ihr

Erik Grundmann

Und hier wieder als Angebot, ein paar Links, Tipps und Empfehlungen:

(Dieser Bereich fällt aktuell leider etwas knapper aus, weil meine zeitlichen Ressourcen im Moment nicht mehr hergeben)

Interessantes
Mehr Bildschirmzeit = schlechtere Kognition? Eine neue achtjährige Langzeitstudie findet sogar den gegenteiligen Zusammenhang. Die wichtigere Frage ist offenbar nicht, wie lange Jugendliche vor einem Bildschirm sitzen, sondern was sie dort tun: https://journals.humankinetics.com/view/journals/pes/38/3/article-p268.xml.

Schulentwicklung
Jennifer Knellesen und Kristin van der Meer haben aufgeschrieben wie man sukzessive eine Lernkultur für selbstreguliertes Lernen aufbaut: https://vom-labor-ins-klassenzimmer.de/den-lernprozess-in-die-eigene-hand-nehmen-wege-in-eine-kultur-des-selbstregulierten-lernens/.
Alexander Brand ordnet im Gespräch mit Thorsten Bohl (Jurysprecher des Deutschen Schulpreises) im „Deutschen Schulportal“ Hatties Kritik an individualisiertem Lernen ein. Hatties Kritik am individualisierten Lernen ist kein Plädoyer für die Rückkehr zum Frontalunterricht, sondern für die richtige Balance: Guter Unterricht verbindet klare Instruktion, gemeinsamen fachlichen Austausch und selbstständiges Lernen mit so viel Freiheit wie möglich und so viel Unterstützung wie nötig: https://deutsches-schulportal.de/unterricht/was-john-hatties-kritik-an-individualisiertem-lernen-fuer-deutsche-schulen-bedeutet/.
Martin Karacsony versucht, den OECD Learning Compass 2030 in ein Modell für Unterricht zu übersetzen: https://bildungssprit.de/blog/handlungsfaehigkeit-ermoeglichen.
Ist die Schule „too big to bail“? Peter Fratton stellt eine unbequeme Frage: Versuchen wir die Probleme von Schule mit immer neuen Programmen und Konzepten zu lösen, ohne ihre Grundstrukturen anzutasten? Sein Plädoyer: kleinere Lernwelten, mehr Eigenverantwortung und Strukturen, die Selbstständigkeit tatsächlich ermöglichen. Ein bewusst provokanter und lesenswerter Impuls zur Frage, wie viel Veränderung Schule eigentlich braucht: https://peterfratton.com/2026/08/15/ist-die-schule-too-big-to-bail/.

Smartphone und Social-Media
„Futurism“ über Mobbing mit Smartglasses: https://futurism.com/artificial-intelligence/teen-boys-meta-glasses-harass-bully-girls-school.

KI
Chris Schmitz hat auf seiner Seite zahlreiche Belege gesammelt, die zeige, wie KI-Anfragen Behörden fluten: https://chrisschmitz.ai/flooding/.

Tipps für den Unterricht
Christian Haake hat einen „Series Creator“ gebaut, mit dem Lernende ein Unterrichtsthema als fiktive Streaming-Serie erschließen können: https://seriescreator.haak3.de/.
Bei „AppCamps“ gibt es Unterrichtsmaterial zum Einstieg in das Thema KI: https://appcamps.de/2021/12/01/kuenstliche-intelligenz-im-unterricht-tipps-fuer-den-einstieg/.

Leseempfehlung
Bob Blume: Warum noch lernen. Wie Schule in Zeiten von KI, Krisen und sozialer Ungerechtigkeit aussehen muss, Mosaik 2024.
Die ideale Vorbereitung auf den Vortrag am 23.09. (siehe Veranstaltungsempfehlung). Bob Blume beschäftigt sich mit vielen Aspekten den Bildungssystems, wo es knarzt und was man besser machen müsste. Im Kern steht die Frage: Was bedeutet Lernen im 21. Jahrhundert und welchen Bildungsbegriff brauchen wir dafür.

Hörempfehlung
Ferdinand Stebner zu den Vorteilen von selbstreguliertem Lernen in einem WDR-Podcast: https://www.ardsounds.de/episode/urn:ard:section:42b966c64cd83570/.

Sehempfehlung
Ausnahmsweise keine.

Veranstaltungsempfehlung

Außerdem:

Zwar nicht ganz unsere Region, aber dennoch eine spannende Veranstaltung mit interessanten Gästen von Andreas Schleicher über Margret Rasfeld bis Stefan Ruppaner. Die „4. Nacht der Redner Edition Zukunftsschule“ am 6. November in Hamburg. Tickets und weitere Infos gibt es hier: https://www.eventbrite.de/e/4-nacht-der-redner-edition-zukunftsschule-tickets-1991188749150.

Spaß im Netz
https://neal.fun/space-elevator/.

Newsletter 25/26 – 19: 26.06.2026

Liebe Schulgemeinschaft,

mein Teil des Newsletters fällt dieses Mal bewusst etwas kürzer aus, schließlich sind ja Ferien.

Nur ein paar Gedanken.

In den letzten Wochen habe ich viel über digitale Medien, künstliche Intelligenz und die Frage gesprochen, wie sich Lernen und Schule verändern. Dabei geht es aus meiner Sicht nie darum, Technik grundsätzlich abzulehnen, ganz im Gegenteil. Entscheidend ist aber, dass wir nicht vergessen, wer eigentlich wen steuern sollte.

Vielleicht sind die Ferien deshalb ein guter Moment für ein kleines Experiment: ein bisschen „Digital Detox“.

Ich nehme mich dabei ausdrücklich nicht aus. Ein Blick in meine eigene Bildschirmzeit zeigt: Im Durchschnitt verbringe ich rund zweieinhalb Stunden täglich am Smartphone, davon eine gute halbe Stunde bei Instagram. Nicht dramatisch, aber doch genug, um sich zu fragen: Hätte ich diese Zeit wirklich bewusst so eingeplant?

Gerade freie Zeit lebt von Momenten, in denen wir nicht erreichbar sind, nicht vergleichen, nicht scrollen und nicht ständig reagieren müssen. Langeweile, Gespräche, ein gutes Buch, Bewegung oder einfach einmal nichts tun.

Vielleicht gelingt es uns allen in den Ferien, das Handy etwas häufiger liegen zu lassen. Nicht, weil digitale Medien schlecht sind, sondern weil die besten Momente manchmal die sind, bei denen niemand daran denkt, sie zu posten. Die Ferien, vielleicht sogar ein Urlaub, bieten großartige Gelegenheiten, sich analog mit Kindern und der Familie auseinanderzusetzen, vielleicht ein Spiel zu spielen oder einfach miteinander zu sprechen. Das habe ich mir zumindest fest vorgenommen.

Ich wünsche der ganzen Schulgemeinschaft erholsame Ferien, echte Pausen und viele analoge Lieblingsmomente.

Ihr

Erik Grundmann

(Bild KI-generiert und mit Canva bearbeitet)

Und hier wieder als Angebot, ein paar wenige Links, Tipps und Empfehlungen:

Interessantes
Letzte Woche ist der aktuelle Bildungsbericht erschienen, den man hier nachlesen kann: https://www.bildungsbericht.de/de/bildungsberichte-seit-2006/bildungsbericht-2026/pdf-dateien-2026/bildung_in_deutschland_2026_web.pdf. Im Blog von Jan Martin Wiarda gibt es zur Einordnung dazu ein Interview mit Kai Maaz, dem Direktor des DIPF: https://www.jmwiarda.de/blog/2026/06/15/wir-sprechen-von-einem-blockierten-system.
m gleichen Blog wird auch der Bremer Versuch zur Erfassung der Lehrkräftearbeitszeit vorgestellt: https://www.jmwiarda.de/blog/2026/06/16/bremer-flucht-nach-vorn.
Die Bildungsministerkonferenz hat eine Erklärung zum Umgang mit Social Media im schulischen Bereich abgegeben, viele gute Absicht, aber leider wenig Verbindlichkeit: https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/veroeffentlichungen_beschluesse/2026/2026_06_12-Social-Media-Erklaerung.pdf.
Susanne Burzel hat zur Frage „Wächst sich ADHS in der Pubertät aus?“ in ihrem Blog geschrieben: https://susanneburzel.de/wachst-sich-adhs-in-pubertaet-aus/.
Bob Blume setzt sich in einer Kolumne kritisch mit der aktuellen Diskussion um die Bundesjugendspiele auseinander: https://web.de/magazine/wissen/psychologie/bundesjugendspiele-gut-verstehen-jugend-42386854.
„Focus Online“ berichtet über „Italian Brainrot“: https://www.focus.de/familie/gaga-videos-treiben-kinder-in-wutausbrueche_8725e33f-2785-40eb-937b-ce8c97cdab01.html.


Und letztlich noch eine Hörempfehlung. „Unter Lehrern“ ein kokreativ mit KI erstellter Podcast, der alle zwei Wochen erscheinen soll. Laut Selbstbeschreibung handelt es sich um eine „Warmherzige Satire über Schule, Medienkompetenz und die Lücke zwischen den Generationen – zum Schmunzeln, Wiedererkennen und nebenbei Schlauerwerden.“ Zu hören auf den üblichen Podcastkanälen oder hier direkt im Browser: https://letscast.fm/podcasts/unter-lehrern-41278d94/feed.

Veranstaltungsempfehlung
Der Kartenverkauf für Bob Blume im Bürgerhaus am 23.09.2026 hat begonnen!

Spaß im Netz
https://zoomquilt.org/.

Der Newsletter geht jetzt in die Sommerpause, der nächste erscheint am 14.8.2026.

Newsletter 25/26-17: 29.05.2026

Liebe Schulgemeinschaft,

oft wird beklagt, und ich nehme mich dabei gar nicht aus, dass Schule sich nicht verändere. Dennoch gibt es natürlich Veränderungen, die sich gar nicht vermeiden lassen und auf die Schule zwangsläufig reagiert, weil sie Schule verändern, ohne dass diese etwas dafür kann.

Wenn ich zu meiner Schulzeit ein Referat oder eine Präsentation vorbereiten sollte, was selten vorkam, dann konnte die Lehrkraft davon ausgehen, dass ich zuhause vielleicht ein Lexikon habe, sonst konnte bestenfalls Schulbuchwissen abgefragt werden. Ich bin zwar einmal mit einem Mitschüler für ein Referat in die Universitätsbibliothek nach Frankfurt gefahren, war dort aber von den „Zettelkästen“ recht überfordert und war beim Inhalt besonders intrinsisch motiviert, aber das ist ein anderes Thema.

Dann kam das Internet. Plötzlich standen, weitgehend frei zugänglich, viel mehr Informationen und Quellen zur Verfügung. Also konnten mehr Themen in die Hausaufgaben verlegt werden und es konnte vor allem mehr erwartet werden. Das machte Schule für die Lernenden anspruchsvoller; für die Lehrenden natürlich auch. Gleichzeitig erweiterte sich die Wissensbasis, die Schulen vermitteln konnte. Mit dem Internet wurde aber auch die Bewertung von Fakten und die Verifizierung von Wissen bedeutsamer. Die Vertrauenswürdigkeit der genutzten Websites rückte in den Vordergrund. Das ließ sich aber noch in einem überschaubaren Rahmen abschätzen. Nebenbei wurde Wissen globalisiert und stand plötzlich in vielen verschiedenen Sprachen zur Verfügung. Allerdings entstand auch hier schon ein „cultural bias“, weil nicht alle Sprachen und Kulturen gleichermaßen im WWW repräsentiert waren. Weitere Effekte waren das Verschwinden der gedruckten Enzyklopädien, eine neu entstehende Dateninfrastruktur, die Zunahme des Stromverbrauchs und der damit verbundenen Emissionen, das Entstehen sozialer Netzwerke mit allen Vor- und Nachteilen und eine Dominanz der USA auf dem Tech-Markt, um nur einige zu nennen. Und jetzt haben wir Künstliche Intelligenz. Jetzt wird das Wissen des Internets und darüber hinaus, Qualität spielt nur eine untergeordnete Rolle, so aufbereitet und immer wieder rekombiniert, sodass es zumindest den Anschein hat, dass (schulische) Fragen einfach direkt beantwortet werden. Auch damit vergrößert sich wieder die Wissensbasis für (Haus-)Aufgaben, auch dadurch wird Lehren und Lernen wieder anspruchsvoller. Aber nur, wenn es richtig gemacht wird. Schlimmstenfalls erstellen Lehrkräfte Aufgaben und Arbeitsblätter mit KI, die dann von Schülerinnen und Schülern mit KI bearbeitet werden und es kommt zu Kompetenzverlusten auf beiden Seiten, so genanntem Deskilling. Gleichzeitig wird es noch wichtiger Fakten und Wissen zu verifizieren. KI erfindet Fakten und Zusammenhänge, die dann auch noch plausibel dargestellt werden. Hier braucht es ganz neue und anspruchsvolle Kompetenzen für Lehrende und Lernende, wir erreichen also ein weiteres neues und höheres Anspruchslevel an Schulen. Außerdem steckt auch hier weiter ein bedeutsamer „cultural bias“ drin, da die Trainingsdaten wieder westlich dominiert sind. Mit China ist ein neuer bedeutender „Player“ hinzugekommen und der Ressourcenverbrauch steigt immens. KI flutet soziale Netzwerke mit „AI-Slop“, dessen Auswirkungen erst langsam deutlich werden (die Nutzung sozialer Netzwerke durch Jugendliche scheint zurückzugehen).
Ein nächster Entwicklungsschritt könnte dann agentische KI sein, die schulische Prozesse noch weiter automatisiert, was die Kombination von KI und Robotik mit Schulen machen wird ist schwer abzusehen. Vermutlich muss ich dann nicht einmal mehr meine KI-generierten Arbeitsblätter selbst aus dem Kopieren holen.
KI zu ignorieren oder zu verbieten ist natürlich keine Lösung, sie hat ja unsere Gesellschaft schon durchdrungen vom Chatbot auf der Homepage des Landkreises bis zum Gesprächspartner bei Snapchat oder WhatsApp, fast alle Lernenden nutzen KI für Hausaufgaben und weit darüber hinaus.
Eigentlich wollte ich mit dem Text hier enden, habe aber die KI um ein Feedback gebeten und den Vorschlag bekommen, den Text noch um folgenden Abschnitt zu ergänzen, der noch einmal die aktuellen Herausforderungen pointiert zusammenfasst:

„Die eigentliche Herausforderung besteht deshalb nicht darin, KI aus Schule herauszuhalten. Das wird ebenso wenig gelingen, wie es gelungen ist, das Internet aus Schule herauszuhalten. Die Technologie ist längst Teil der Lebenswelt unserer Schülerinnen und Schüler geworden und wird in den kommenden Jahren noch stärker in nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen präsent sein.
Viel wichtiger ist eine andere Frage: Was bedeutet das für das Lernen?
Über Jahrzehnte konnten wir stillschweigend davon ausgehen, dass die Bearbeitung einer Aufgabe selbst bereits einen Lernprozess auslöst. Wer einen Text schreibt, muss nachdenken. Wer eine Präsentation vorbereitet, muss Informationen recherchieren, auswählen und strukturieren. Wer ein Problem löst, setzt sich mit dem Problem auseinander.
Mit KI gerät diese Annahme erstmals ins Wanken.
Nicht, weil Lernen unmöglich würde. Sondern weil die Bearbeitung einer Aufgabe zunehmend delegierbar wird. Die Aufgabe kann erledigt werden, ohne dass der Lernprozess zwangsläufig beim Lernenden stattfindet. Damit steht nicht weniger als eine Grundlogik von Schule zur Diskussion.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, ob Schülerinnen und Schüler KI nutzen dürfen. Sie lautet auch nicht, welche App die beste ist oder welche Funktionen künftig noch hinzukommen werden.
Die entscheidende Frage lautet: Welche Aufgaben stellen wir in Zukunft, wenn Maschinen viele der bisherigen Aufgaben bereits lösen können?
Vielleicht ist das die eigentliche Revolution. Nicht die Technologie selbst. Sondern die Tatsache, dass sie uns zwingt, grundlegende pädagogische Fragen neu zu stellen:
• Warum lernen wir überhaupt?
• Woran erkennen wir, dass jemand etwas verstanden hat?
• Welche Rolle spielt Wissen in einer Welt, in der Informationen jederzeit verfügbar sind?
• Und wie gestalten wir Schule so, dass Lernen auch dann noch stattfindet, wenn Antworten auf Knopfdruck erzeugt werden können?
Auf diese Fragen haben wir derzeit noch keine abschließenden Antworten. Aber vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis: Die KI-Debatte ist keine Technologie-Debatte. Sie ist eine Debatte über Lernen, Bildung und die Zukunft von Schule.“ (erstellt mit ChatGPT, Formatierung angepasst und natürlich vor Veröffentlichung geprüft und für brauchbar befunden)

Ihr

Erik Grundmann

Und hier wieder als Angebot, ein paar Links, Tipps und Empfehlungen:

Interessantes
Stephan Heinsius, ehemaliger Weibelfeld-Schüler und Sonnenfinsternis-Enthusiast, hat vor 50 Jahren seine erste Sonnenfinsternis in der Weibelfeldschule erlebt und ist jetzt nach exakt 50 Jahren wieder an den gleichen Ort zurückgekommen. Seinen Bericht können Sie hier lesen: https://www.eclipseland.com/pse-1976-50.html.
Bericht im „Deutschen Schulportal“ über dem Umgang mit Daten in Kanada: https://deutsches-schulportal.de/bildungswesen/den-schul-code-knacken/.
Beitrag des „Medienzeit Elternlog“ über die Gefahren von Smartglasses in der Schule: https://www.medienzeit-elternblog.de/blog/smartglasses-neue-risiken-kinder-schule.Schultoiletten sind ein Dauerthema, die „Zeit“ berichtet über Verbesserungsmöglichkeiten: https://www.zeit.de/gesellschaft/schule/2026-05/schultoiletten-hygiene-handlungsempfehlungen-internetportal-gxe. Praktische Ratschläge gibt es im Hilfsportal der „German Toilet Organization“: https://toiletten-machen-schule.de/. In unserem Reallabor gibt es Überlegungen seitens der Schülerinnen und Schüler einen Wettbewerb zur besten Schultoilette in Dreieich zu organisieren.

Schulentwicklung
Bob Blume schreibt in seiner Kolumne auf dem „Deutschen Schulportal“, „Warum gute Schulentwicklung auch wehtut“: https://deutsches-schulportal.de/kolumnen/bob-blume-rollentausch-warum-gute-schulentwicklung-auch-wehtut/.
Alexander Brand schreibt im „Deutschen Schulportal“ differenziert über den Forschungsstand zur Frage: Handschrift oder Keyboard. Spoiler: Die Antwort ist nicht eindeutig: https://deutsches-schulportal.de/bildungsforschung/handschrift-oder-tastatur-was-beim-mitschreiben-wirklich-hilft.

Smartphone und Social-Media
Das IWM in Tübingen sucht Grundschul-Eltern als Teilnehmende für eine Studie über Kinder, die ihr erstes Smartphone bekommen: https://iwm-tuebingen.de/de/news/2026-05-19. Hier geht es zur Anmeldung: https://iwm-tuebingen.de/de/forschung/projekte/smartkids.

KI
Joscha Falck beschäftigt sich in seinem neuesten Blog-Beitrag mit der „Architektur der KI-Didaktik. Er verschiebt den Blick von der Technologie auf die Aufgabenkultur und erinnert daran, dass die entscheidende Frage im KI-Zeitalter nicht lautet, wie wir KI nutzen, sondern wie Lernen trotz KI lernwirksam bleibt: https://joschafalck.de/architektur-ki-didaktik/. Besonders spannend finde ich seine Idee der „Provokation durch Design“ von Aufgaben.
Die „Frankfurter Rundschau“ berichtet über den Einfluss von KI in Schule: https://www.fr.de/panorama/macht-das-leben-zur-hoelle-lehrerin-warnt-vor-riskantem-trend-an-deutschen-schulen-94320261.html.
Im „FelloFish-Blog“ geht es um das PRISMA-Modell des Carl-Fuhlrott-Gymnasiums (KI-Schulpreisträger) zur Arbeit mit KI-Werkzeugen am Beispiel von „FelloFish“: https://www.fellofish.com/blog/warum-fellofish-prisma.
Podcast „Bits, Buffs und Bildung“ zu KI-Agenten und Vibe Coding: https://bits-buffs-und-bildung.podigee.io/s1e50-neue-episode.

Tipps für den Unterricht
Ulrike Ammermann schreibt in ihrer Kolumne auf dem Deutschen Schulportal über Unterricht, der aus dem Ruder läuft und was dagegen hilft: https://deutsches-schulportal.de/kolumnen/wenn-der-unterricht-aus-dem-ruder-laeuft/.
Die „Slot-Machine“ bei „Bildungsspirit“ liefert wichtige Impulse zur Lernhaltung: https://www.bildungsspirit.de/slotmachine.html.
Die „Frankfurter Rundschau“ über das Mathe-Tutorsystem „Bettermarks“, welches Hessen einführt: https://www.fr.de/hessen/hessen-fuehrt-online-lernsystem-bettermarks-fuer-mathe-unterricht-ein-94313314.html. Mehr zu „Bettermarks“: https://de.bettermarks.com/.

Leseempfehlung
Alexander Brand: Die Bildungsweltmeister. Eine Reise zu den besten Schulen der Welt und was wir von ihnen lernen können, Weinheim 2026.
Mit dem Buch legt der Bildungsjournalist und Lehrer Alexander Brand eine ebenso informative wie gut lesbare Bildungsreportage vor. Für das Buch bereiste er sechs Monate lang Schulen in Finnland, Estland, Japan und Singapur, den Ländern, die in internationalen Vergleichsstudien regelmäßig Spitzenplätze belegen. Dabei verbindet er Unterrichtsbeobachtungen, Gespräche mit Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern sowie bildungswissenschaftliche Einordnungen zu einem spannenden Bild erfolgreicher Schulsysteme. Besonders überzeugend ist Brands Fähigkeit, komplexe bildungspolitische Fragen anhand konkreter Szenen aus dem Schulalltag greifbar zu machen. Er arbeitet heraus, welche kulturellen, gesellschaftlichen und strukturellen Voraussetzungen hinter dem Erfolg der jeweiligen Systeme stehen. Themen wie adaptive Lernförderung, professionelle Lerngemeinschaften, Lehrkräftebildung, Bildungsgerechtigkeit und die Schule als Lebensraum ziehen sich als roter Faden durch das Buch.

Hörempfehlung
Prof. Saskia Fischer im „evido-Podcast” zum Thema Mobbing und was hilft: https://evido-magazin.de/artikel/evido-podcast-mobbing-wirksam-begegnen-mit-prof-saskia-fischer.
Podcast mit Prof. Josef Leifen zum Thema „Wie sich Lernen in Zeiten von KI verändern muss“: https://open.spotify.com/episode/2U88YkygpXFZXr0Dbk8CVa.
Podcast des „Deutschlandfunk“ zu moderner Prüfungskultur: https://www.deutschlandfunk.de/praesentation-statt-klausur-moderne-pruefungskultur-an-unseren-schulen-100.html.

Sehempfehlung
ZDF-Doku „Die Wahrheit über Social Media“: https://www.zdf.de/video/reportagen/die-wahrheit-ueber-100/die-wahrheit-ueber-social-media—mit-jochen-breyer-100.

Veranstaltungsempfehlung
Dieses Mal keine, die Ferien sind nah.

Spaß im Netz
http://patience-is-a-virtue.org/.

Newsletter 25/26-16: 13.05.2026

Liebe Schulgemeinschaft,

ich habe am letzten Wochenende den Entwurf „Navigating an Evolving digital World“ der OECD für die nächste PISA-Studie 2029 gelesen, der für mich ein starkes Indiz für die Veränderung von Bildung ist und über den ich gerne hier berichten will. (Den Entwurf finden Sie hier: https://www.oecd.org/content/dam/oecd/en/about/projects/edu/the-pisa-2029-media-and-artificial-intelligence-(mail)-assessment-will-shed-light-on-whether-young-students-have-had-opportunities-to-learn-and-to-engage-proactively-and-critically-in-a-world-where-production,-participation,-and-social-networking-are-increasingly-mediated-by-digital-and-ai-tools-/PISA%202029%20MAIL%20Assessment%20Framework%20First%20Draft.pdf).

Leider habe ich im ursprünglichen Newsletter einen falschen Link zu der Draft-Version des OECD-Papiers zu PISA-2029 versendet. Doris Weßels hat mich dankenswerterweise darauf hingewiesen.
Der Link wurde korrigiert. Ich bitte um Entschuldigung. Wobei das ursprünglich verlinkte Papier durchaus auch interessant ist. Es zeigt, dass digitale und KI-Transformation immer weniger als reine Technologiefrage verstanden werden, sondern zunehmend als Herausforderung gesellschaftlicher Handlungs-, Steuerungs- und Orientierungsfähigkeit. Ursprünglicher Link: https://www.oecd.org/en/publications/the-oecd-going-digital-integrated-policy-framework-2026_0254ae07-en.html.


Der Entwurf markiert, nach meiner Einschätzung, einen bemerkenswerten Wendepunkt in der bildungspolitischen Diskussion. Mit „Media and Artificial Intelligence Literacy“ (MAIL) wird erstmals systematisch auch in den Blick genommen, ob Schülerinnen und Schüler sich in einer durch Medien, Plattformen und KI geprägten Wirklichkeit orientieren können und nicht nur, ob sie Wissen reproduzieren.
Das verweist auf eine tiefere Verschiebung. Lange Zeit bestand die zentrale Herausforderung von Schule darin, Zugang zu Wissen zu ermöglichen. Heute ist Wissen jederzeit verfügbar und zunehmend auch synthetisch erzeugt. Texte, Bilder und Argumente können von KI-Systemen generiert werden. Damit verändert sich die Bildungsfrage grundlegend: Nicht mehr der Zugang zu Information ist entscheidend, sondern die Fähigkeit, diese Information zu prüfen, einzuordnen und verantwortungsvoll zu nutzen.
Genau hier setzt das MAIL-Konzept an. Es beschreibt Kompetenzen wie das kritische Bewerten von Inhalten, das Erkennen von Manipulation und algorithmischen Verzerrungen sowie den reflektierten Umgang mit KI. Dahinter steht jedoch mehr als ein neuer Kompetenzbereich. Es ist eine Verschiebung des Bildungsverständnisses weg von der reinen Wissensaneignung hin zur Entwicklung von Urteilsfähigkeit.
Diese Entwicklung stellt zugleich die klassische Logik von Schule infrage. Über lange Zeit folgte Lernen einem relativ stabilen Muster: Aufgabe → Bearbeitung → Ergebnis → Lernen. Doch wenn KI-Aufgaben übernehmen und Ergebnisse erzeugen kann, verliert diese Logik an Eindeutigkeit. Die entscheidende Frage wird dann: Was bedeutet Lernen noch, wenn Ergebnisse nicht mehr zwingend an eigene kognitive Anstrengung gebunden sind?
Der OECD-Entwurf reagiert darauf, indem er weniger das Ergebnis als vielmehr den Umgang mit Information und Entscheidungssituationen in den Mittelpunkt stellt. PISA 2029 will diese Kompetenzen daher zunehmend in simulationsbasierten, digitalen Szenarien erfassen. Schülerinnen und Schüler sollen sich in komplexen Informationsumgebungen orientieren, Quellen bewerten und begründete Entscheidungen treffen. Damit wird anerkannt, dass die Lebenswelt, auf die Schule vorbereitet, selbst digital vermittelt ist.
Für Schule ergibt sich daraus eine klare Konsequenz: KI ist kein Zusatzthema, das man in bestehende Strukturen integrieren kann. Sie verändert die Bedingungen von Lernen selbst. Wenn Informationen jederzeit verfügbar sind und KI als kognitiver Partner agiert, gewinnen andere Fähigkeiten an Bedeutung, insbesondere kritisches Denken, Reflexionsfähigkeit und ethisches Urteilsvermögen.
In diesem Sinne liegt die eigentliche Bedeutung von PISA 2029 weniger in der Einführung eines neuen Testbereichs als in der impliziten Neubestimmung von Bildung. Die zentrale Frage lautet nicht mehr: „Wie bringen wir KI in die Schule?“ Sondern: „Welche Form von Bildung braucht eine Gesellschaft, in der Wissen zunehmend durch KI erzeugt und vermittelt wird?“
Die Antwort, die sich im MAIL-Ansatz andeutet, ist klar: Urteilsfähigkeit wird zur Schlüsselkompetenz der Zukunft. Wir sind an der Weibelfeldschule recht weit und offen im Umgang mit KI, wir haben schon lange Schullizenzen für die Plattformen fobizz und Fellofish, mit denen die Lernenden datenschutzkonform mit LLMs arbeiten können, wir werden demnächst Schooltogo testen, ein weiteres KI-Tool und sind mit einigen Kolleginnen und Kollegen in ein weiteres spannendes Testprogramm eingebunden; dazu zu gegebener Zeit mehr.
Natürlich steht bei uns auch der Chatbot AIS-Chat zur Verfügung, der uns vom Land Hessen bereitgestellt wird und ich bin gespannt, was die Adaptiven Intelligenten Systeme (vgl. den vorletzten Newsletter vom 20.03.26) bringen werden.
Die Vorbereitungen auf die PISA-Studie 2029 zeigen, dass KI im Bildungssystem angekommen ist und wir uns weiter damit auseinandersetzen müssen. Natürlich ist da noch Luft nach oben, aber wir befinden uns auch erst seit zwei oder drei Jahren in der Situation, dass KI im Bildungssystem sichtbar geworden ist. Wir hatten an der Weibelfeldschule bereits 2024 einen Pädagogischen Tag mit dem Schwerpunkt KI- und Medienbildung, wir bieten immer wieder kleine Fortbildungssnacks oder Sessions im Rahmen des Bar-Dienstag an und werden das Thema sicher weiter auf der Agenda haben. Im letzten Newsletter habe ich geschrieben: „Künstliche Intelligenz ist längst im Alltag vieler Kinder und Jugendlicher angekommen“. Und das muss unser Antrieb sein, sich weiter mit diesem Thema auseinandersetzen, denn Schule gehört schließlich auch zum Alltag unserer Kinder.
„Telepolis“ ordnet den Standpunkt der OECD etwas weitergehend ein: https://www.telepolis.de/article/KI-im-Klassenzimmer-EU-und-OECD-treiben-die-Wende-voran-11165773.html.

Ihr

Erik Grundmann

Und hier wieder als Angebot, ein paar Links, Tipps und Empfehlungen:

Interessantes
Fobizz gibt es jetzt auch als App: https://fobizz.com/de/app/.
Udo Beckmann schreibt, leider ohne konkret zu werden, über das wichtige Thema der Deimplementierung im „Deutschen Schulportal“: https://www.news4teachers.de/2026/05/weniger-ist-mehr-warum-schulleitungen-den-mut-brauchen-bewusst-zu-verzichten/.
Das „Deutsche Schulportal“ beschäftigt sich mit den Vor- und Nachteilen der geplanten Schüler-ID: https://deutsches-schulportal.de/bildungswesen/schueler-id-was-ist-geplant-welche-chancen-und-risiken-gibt-es/.
Die Bundesregierung plant wohl Einsparungen bei Schulbegleitungen, Bericht aus dem „Merkur“: https://www.merkur.de/bayern/immer-mehr-kinder-brauchen-hilfe-um-die-schule-zu-bewaeltigen-94290236.html. Auch die Zeitschrift „Eltern“ beschäftigt sich mit dem Thema: https://www.eltern.de/schulkind/aus-fuer-die-schulbegleitung–das-ist-fuer-2028-geplant-14071314.html.

Schulentwicklung
Die großartige Astrid Kalantzis hat eine Video-Präsentation zum Thema „Schule darf gut tun – 7 Impulse für eine Grundschule, in der sich alle wohlfühlen“ veröffentlicht. Hier kann man sich kostenlos registrieren und die Präsentation ansehen: https://alfima.com/schulleiterin_mitvision/schule-darf-gut-tun-7-impulse-fur-eine-grundschule-in-der-sich-alle-wohlfuhlen?utm_content=link_in_bio&utm_medium=social&utm_source=ig.
Alexander Brand (siehe auch Hörempfehlung, die Empfehlung seines Buches kommt, wenn ich damit durch bin) hat sich beim „Deutschen Schulportal“ mit professionellen Lerngemeinschaften auseinandergesetzt: https://deutsches-schulportal.de/schulkultur/professionelle-lerngemeinschaften-wie-lehrkraefte-gemeinsam-unterricht-erproben/. Guter Unterricht entsteht nicht allein, sondern durch gemeinsame, systematische Weiterentwicklung im Kollegium.
Der „UNESCO Courier“ hat einen spannenden Beitrag zur Reduzierung digitaler Endgeräte in Schweden veröffentlich: https://courier.unesco.org/en/articles/sweden-unmet-promises-digital-classroom. Digitalisierung darf nicht als Selbstzweck verfolgt werden, sondern muss konsequent in eine starke Lernkultur eingebettet sein, mit klaren Regeln, verbindlichem Classroom Management und gezielter Förderung von Selbstregulation als eigentlichem Schlüssel für erfolgreiches Lernen. Die Zukunft der Schule entscheidet sich nicht an der Frage „digital oder analog“, sondern an der Qualität der Lernprozesse.

Smartphone und Social-Media
Der Schweizer „Tagesanzeiger“ berichtet über eine Studie, die keinen Zusammenhang zwischen Handynutzung und schlechteren Noten gefunden haben soll: https://www.tagesanzeiger.ch/handyverbot-an-schulen-us-studie-findet-kaum-verbesserungen-971214388721.

KI
„Futurism“ berichtet über eine spannende Gallup-Studie: https://futurism.com/artificial-intelligence/gen-z-attitude-ai. Gen-Z ist kritischer gegenüber KI als wir glauben. Vielleicht ist die eigentliche Bildungsfrage der KI-Ära nicht, wie wir KI in Schule integrieren, sondern wie Schule Menschen davor bewahrt, das eigene Denken an KI zu delegieren.
Die Vodafone Stiftung hat ein Policy Paper des Hector-Instituts für Empirische Bildungsforschung der Universität Tübingen veröffentlicht: Künstliche Intelligenz (KI) kann Lernprozesse wirksam unterstützen, birgt aber zugleich das Risiko von Kompetenzverlusten. Das Paper gibt es hier: https://www.vodafone-stiftung.de/ki-in-der-bildung-abhaengigkeit-zu-handlungsfaehigkeit/. Die vielleicht entscheidende Bildungsfrage im KI-Zeitalter ist imho nicht, ob Schüler und Schülerinnen KI nutzen, sondern ob sie dabei die Kontrolle über ihr eigenes Denken behalten.
Auch der „UNESCO Courier“ beschäftigt sich mit Fragen zu KI und Bildung und hält lesenswerte Artikel bereit: https://courier.unesco.org/en/latest.
Im Anschluss an den letzten Newsletter ist dieser Artikel von „telepolis“ interessant: https://www.telepolis.de/article/Die-Hausaufgaben-Falle-Wie-Schueler-sich-mit-KI-selbst-schaden-11163648.html.
Rechtliche Aspekte zu KI in der Bildung werden in einem FAQ von „iRIGHTS“ zusammengetragen: https://irights.info/artikel/ki-faq/32822.

Tipps für den Unterricht
Das „Deutsche Schulportal“ berichtet aus den Ergebnissen des US-Pädagogen Doug Lemov (siehe Buchempfehlung) zur Fehlerkultur im Unterricht: https://deutsches-schulportal.de/unterricht/fehler-willkommen-drei-strategien-fuer-eine-bessere-fehlerkultur-im-unterricht/.

Leseempfehlung
Doug Lemov: Unterrichte wie ein Champion, 63 Techniken, die Schüler zum Lernen bringen, Weinheim 2023. Zu dem Buch gibt es über 100 Videos, in denen die Techniken in der Praxis gezeigt werden; wirklich hilfreich für Einsteiger im Lehrberuf, aber auch für Profis sicher hilfreich.

Hörempfehlung
Podcast von Benedikt Wisniewski mit Alexander Brand über dessen neues Buch „Die Bildungsweltmeister“: https://podcasts.apple.com/de/podcast/spezial-die-bildungsweltmeister-gespr%C3%A4ch-mit-alexander/id1647804131?i=1000761040380.

Sehempfehlung
DAS HMKB veranstaltet aktuell eine Online-Vortragsreihe zu „Strategien zum Umgang mit externalisierenden Verhaltensweisen“, die Aufzeichnung der zweiten Veranstaltung mit der Psychologin und Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Dr. Martina Dort finde ich sehenswert: https://kultus.hessen.de/video/psychische-auffaelligkeiten-im-schulalltag-sicher-handeln.  

Veranstaltungsempfehlung
Großes Online- KI-Barcamp der TU-Dortmund mit vielen wichtigen Partnern und renommierten Expertinnen und Experten (u.a. mit Keynotes von Doris Weßels und Martin Fugmann) und drei Sessionschienen. Hier geht es zur Anmeldung: https://dapf.zhb.tu-dortmund.de/ki-barcamp/. Ich bin angemeldet.

Spaß im Netz
https://endedesinternets.de/.

Newsletter 25/26-15: 30.04.2026

Liebe Schulgemeinschaft,

heute fällt der Newsletter etwas knapper aus, es ist mir aber wichtig, auch diesen Punkt einmal anzusprechen.

Künstliche Intelligenz ist längst im Alltag vieler Kinder und Jugendlicher angekommen und damit selbstverständlich auch bei den Hausaufgaben. Ob Texte erklären lassen, Vokabeln abfragen, Matheaufgaben Schritt für Schritt lösen oder Ideen für Referate sammeln: Die Möglichkeiten sind groß. Deshalb wäre es wenig sinnvoll, so zu tun, als gäbe es diese Werkzeuge nicht. Ein pauschales Verbot würde an der Lebensrealität unserer Schülerinnen und Schüler vorbeigehen und wäre weder kontrollierbar noch zukunftsorientiert.

Stattdessen steht Schule vor der Aufgabe, sich anzupassen. Wir müssen gemeinsam lernen, wie KI sinnvoll, kritisch und verantwortungsvoll genutzt werden kann. Dazu gehört, neue Formen von Hausaufgaben zu entwickeln, Lernprozesse stärker in den Mittelpunkt zu stellen und Schülerinnen und Schüler zu befähigen, digitale Werkzeuge reflektiert einzusetzen. Dieser Wandel geschieht nicht von heute auf morgen. Er ist ein Prozess, in dem wir Erfahrungen sammeln, Regeln entwickeln und immer wieder nachsteuern werden.

Gleichzeitig gilt: KI ist kein Ersatz für eigenes Denken und Lernen. Wer sich Aufgaben vollständig von einer Maschine erledigen lässt, lernt oft weniger. Fachleute sprechen hier von „Deskilling“ – dem Verlust eigener Fähigkeiten, weil man sie nicht mehr ausreichend trainiert. Hinzu kommt: KI liefert nicht immer richtige oder passende Ergebnisse. Antworten können oberflächlich, fehlerhaft oder überzeugend formuliert und trotzdem falsch sein. Ohne eigenes Wissen, ohne Grundlagen und ohne kritisches Prüfen lassen sich gute von schlechten Ergebnissen kaum unterscheiden.

Unser Ziel muss daher sein, beides zusammenzubringen: Offenheit für neue Möglichkeiten und Klarheit über ihre Grenzen. KI kann Lernen unterstützen, darf es aber nicht ersetzen. Entscheidend bleiben Neugier, Anstrengungsbereitschaft, Fachwissen und die Fähigkeit, selbstständig zu denken. Daran werden wir als Schule weiter arbeiten. Was wir da machen und wie wir es machen wird sicher in einem der nächsten Newsletter Gegenstand sein.

Hier noch ein kleines Beispiel, was KI kann. Ich bat den aktualisierten Bildgenerator von Chat-GPT diesen Text zu visualisieren. Das Ergebnis finden Sie auf der nächsten Seite.

Ich wünsche der Schulgemeinschaft einen schönen Maifeiertag!

Ihr

Erik Grundmann

Und hier wieder als Angebot, ein paar Links, Tipps und Empfehlungen:

Interessantes
„Netzpolitik.org“ berichtet über die Schattenseiten von KI und Social Media, es geht um Verletzungen der Privatsphäre durch Metas Kamera-Brille und Klickworker in Kenia, die jetzt entlassen werden: https://netzpolitik.org/2026/nach-enthuellungen-zur-ueberwachungsbrille-meta-kuendigt-outsourcing-firma-die-entlaesst-daraufhin-1000-menschen/.
Andreas Schleicher im Interview im „Deutschen Schulportal“ zum Thema Berufsorientierung: https://deutsches-schulportal.de/bildungswesen/berufsvorbereitung-pisa-andreas-schleicher-es-fehlt-an-gelegenheiten-echte-arbeitswelten-zu-erleben.
Ebendort klärt das „Deutsche Schulportal“ über die Rolle von Lehrkräften bei Kindeswohlgefährdungen auf: https://deutsches-schulportal.de/schule-im-umfeld/kindeswohlgefaehrdungen-nehmen-zu-wie-schulen-reagieren-koennen/.
Und noch etwas für die Praxis aus dem „Deutschen Schulportal“. Im Interview erklärt Stephan Rademacher die Frage „Dürfen Lehrkräfte Kinder anfassen oder festhalten?“: https://deutsches-schulportal.de/schule-im-umfeld/schulrecht-duerfen-lehrkraefte-kinder-anfassen-oder-festhalten/.
In einem der letzten Newsletter hatte ich den 10. Pioneers of Change Online Summit als Veranstaltung empfohlen. Hier gibt es eine knappe Zusammenfassung der dort besprochenen Themen: https://pioneersofchange.org/summit-essenzen-wurzeln-fuer-morgen/.
Jan Martin Wiarda wertet auf seinem Blog den neuen ifo-„Chancenmonitor aus: https://www.jmwiarda.de/blog/2026/04/28/jungs-im-abseits. Spoiler: Die Ungleicheit im Bildungssystem bleibt groß und Jungs sind die Verlierer.

Schulentwicklung
Schulleiter Jochen Nossek fordert auf dem „Deutschen Schulportal“ einen Paradigmenwechsel bei der Berufsorientierung von der Berufswahl zur Talententwicklung. Berufsorientierung ist im Grunde angewandtes selbstorganisiertes Lernen: https://deutsches-schulportal.de/schule-im-umfeld/berufsorientierung-neu-gedacht-talente-entdecken-statt-auf-berufe-festlegen/.
Susanne Posselt berichtet in ihrem Blog von einem Erasmus+-Austausch in Island: https://susanneposselt.de/emerging-leaders-mit-erasmus-in-island/. Eine wichtige Erkenntnis: Schulleitung wirksam zu gestalten bedeutet vor allem: die eigene Rolle reflektieren, Beziehungen stärken und Schulentwicklung als gemeinsamen Prozess verstehen. Schule muss Teil eines größeren sozialen Systems mit Vertrauen und Kooperation in der Kommune sein.
Michael Drabe hat ein Curriculum zur Schulentwicklung für eine Schule der Zukunft entwickelt: https://schule-in-der-digitalen-welt.de/schule-2026-ein-curriculum-als-navigationssystem/. 

Smartphone und Social-Media
Der „Medienzeit-Elternblog“ beleuchtet die Manosphere in sozialen Medien kritisch: https://www.medienzeit-elternblog.de/blog/lexikon-manosphere-codes-und-bedeutung. Die Manosphere ist weniger ein einzelnes Phänomen als ein Deutungsangebot für junge Männer; mit einfachen Antworten, aber oft problematischen Konsequenzen.
In Österreich wird die Challenge „3 Wochen ohne Smartphone“ immer prominenter. Hier geht es zur Homepage: https://handyexperiment.at/. Der „Fokus“ berichtet über das spannende Experiment und die weitgehend positiven Folgen: https://www.focus.de/politik/deutschland/in-oesterreich-nach-einem-handy-experiment-kippt-die-stimmung-an-einer-schule-total_136b0c44-aa95-4834-b67c-8d52fabc0d95.html.
Unter dem Link https://9etqr.r.ag.d.sendibm3.com/mk/mr/sh/OycXxko2a8zXNsWPDzlZCDgb/eMVPZ2FVQVit. klärt „Smartphone-Coach“ Andrea Buhl-Aigner über WhatsApp-Kanäle auf.

KI
Wenn KI Aufgaben zuverlässig erledigt, verlieren traditionelle Bildungsformate ihre Funktion – und Schule muss neu definieren, was überhaupt noch „Lernen“ bedeutet. Die Krise der Schule durch KI ist keine technologische – sondern eine funktionale: Das, was Schule bisher getan hat, wird nicht mehr gebraucht. Dies zeigt dieser Beitrag in Alexanders Substack: https://alessandroaledo.substack.com/p/wenn-das-schottische-reiseburo-nicht?utm_campaign=post-expanded-share&utm_medium=web&triedRedirect=true. (Gleichzeitig ein Tipp für den Unterricht)
Martin Fugmann berichtet im FelloFish-Blog über die Entwicklung von KI und Schule in China: https://www.fellofish.com/blog/ki-bildung-und-der-neue-blick-nach-china. Deutschland und China reagieren auf KI im Bildungssystem völlig unterschiedlich: Während Deutschland didaktisch denkt, denkt China systemisch und genau darin liegt der eigentliche Unterschied. KI verändert nicht nur Lernen, sondern den Bildungsbegriff selbst. Natürlich lassen sich China und Deutschland politisch und kulturell nur begrenzt vergleichen. Dennoch: Während wir in Deutschland darüber diskutieren, wie KI Unterricht verbessern kann, stellt man in China längst die größere Frage: Wie muss ein Bildungssystem aussehen, das von KI ausgeht?
Tipp: Wenn ein Chat in einem LLM zu lang und damit langsam wird, lasse ich mir eine „Masterzusammenfassung“ machen und kopiere diese in einen neuen Chat und prompte, damit weiterzuarbeiten.

Tipps für den Unterricht
Jan Hartwig hat auf seiner Homepage einen interaktiven „Ideologie-Atlas: Nationalsozialismus“ erstellt: https://hartificial.de/wp-content/uploads/2026/04/ideologie-atlas-nationalsozialismus.html.
Joscha Falck hat elf KI-Bewertungsraster für den Unterricht entwickelt: https://joschafalck.github.io/ki-raster-builder/index.html.

Leseempfehlung
Silke Müller analysiert in ihrem neuen Buch „Schule gegen Kinder“ den Ist-Zustand des deutschen Schulsystems, den sie als „Ruinen-Verwaltung“ bezeichnet und entwirft recht konkret ein mögliches Gegenbild (München 2026).

Hörempfehlung
Heute gibt es nicht nur eine Hörempfehlung. Das „Deutsche Schulportal“ stellt 10 Podcasts rund um Schule und Bildung vor: https://deutsches-schulportal.de/schule-im-umfeld/die-zehn-besten-podcasts-rund-um-schule-und-bildung/.

Sehempfehlung
Auf dem YouTube-Kanal von FelloFish kann man alle FelloFish-Foren anschauen: https://www.youtube.com/@FelloFish.  

Veranstaltungsempfehlung
Vom 5. bis 7. Mai findet in Karlsruhe die LEARNTEC statt, laut eigener Auskunft „Europas bedeutendste Fachmesse für digitale Bildung in Schule, Hochschule und Beruf“. Weitere Infos: https://www.learntec.de/de/.
Innovationskongress Oberstufe 2026 vom 18. bis 19. September in Berlin unter dem Titel „Kollaps oder Kurswechsel? Schule im Stresstest“. Anmeldung und Informationen gibt es hier: https://www.buendnis-zukunft-abitur.de/innovationskongress-2026/.

Spaß im Netz
„Geo Guesser“ schickt sie an zufällig ausgewählte Orte bei Google Streetview. Dort kann man sich umschauen und muss dann raten, wo auf der Welt man gelandet ist (Anmeldung erforderlich, free trial möglich): https://www.geoguessr.com/.

Newsletter 25/26-14: 17.04.2026

Liebe Schulgemeinschaft,

manchmal habe ich das Gefühl, dass wir gerade nicht nur unterrichten – sondern selbst lernen. Und zwar ziemlich viel, ziemlich schnell und oft auch ziemlich gleichzeitig. Künstliche Intelligenz, Social Media, mentale Gesundheit und Leistungsentwicklung sind längst keine Zukunftsthemen mehr, sondern mitten in unserem Schulalltag angekommen. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht mehr, ob sich Schule verändert, sondern wie bewusst wir diese Veränderung gestalten. In den letzten Wochen habe ich mich intensiver mit sogenannten adaptiven intelligenten Systemen beschäftigt, also mit KI, die Lernen individuell steuern kann (siehe letzter Newsletter).
Das ist nicht einfach ein weiteres digitales Werkzeug, sondern hat das Potenzial, Schule grundlegend zu verändern. Wenn ein System in der Lage ist, jedem Kind passgenaue Aufgaben zu geben, unmittelbare Rückmeldungen zu liefern und Lernwege dynamisch anzupassen, dann stellt sich eine zentrale Frage: Was ist dann eigentlich noch die Rolle von Schule?
Unsere Antwort darauf ist klar: nicht weniger Schule, sondern eine andere Schule. Eine Schule, in der es weniger um reine Wissensvermittlung geht und mehr um Reflexion, Bewertung und Einordnung. Eine Schule, die stärker auf Beziehung, Orientierung und Verantwortung setzt. Denn genau das sind die Bereiche, in denen menschliches Lernen unersetzlich bleibt.
Gleichzeitig erleben wir im Alltag, und das wird durch zahlreiche Studien gestützt, dass Konzentration schwerer fällt, Konflikte zunehmen und Unsicherheiten wachsen. Das ist kein individuelles Problem einzelner Schülerinnen und Schüler, sondern Ausdruck eines gesellschaftlichen Kontextes, der Schule unmittelbar betrifft. Deshalb gehört es zu unserem Auftrag, nicht nur Lernen zu ermöglichen, sondern auch Menschen zu stärken.
Vor diesem Hintergrund arbeiten wir aktuell intensiv daran, Unterricht weiter zu öffnen und Lernprozesse stärker zu individualisieren. Das wird nicht von heute auf morgen geschehen, aber die Richtung ist klar: mehr selbstständiges Arbeiten, mehr Verantwortung für den eigenen Lernprozess und mehr Raum für unterschiedliche Lernwege. Gleichzeitig bleibt bestehen, dass Schule ein sozialer Ort ist, ein Ort der Begegnung, an dem man nicht nur lernt, was man denkt, sondern wie man denkt.
Vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis in dieser Zeit: Wir müssen nicht auf jede Entwicklung sofort eine perfekte Antwort haben. Aber wir sollten uns bewusst machen, welche Fragen wir stellen wollen. Denn genau darin liegt die Zukunft von Schule.

Ich möchte noch einen weiteren Gedanken teilen und es ist ehrlich gesagt ein heikler: Schülerinnen und Schüler, die Lehrkräfte heimlich filmen. Ein aktueller Bericht der britischen Zeitung Daily Mirror (https://www.mirror.co.uk/news/politics/pupils-secretly-recording-videos-teachers-36923252) zeigt, dass solche Aufnahmen nicht nur entstehen, sondern gezielt weiterverbreitet und teilweise sogar mit Hilfe von KI verändert werden. Lehrkräfte werden dabei in falsche Zusammenhänge gestellt, mit erheblichen persönlichen und beruflichen Folgen. Ich beziehe mich hier nicht auf einen konkreten Fall an unserer Schule, sondern aus Gründen der Prävention.
Was hier entsteht, ist mehr als ein „Handyproblem“. Es ist eine neue Qualität von Öffentlichkeit im Klassenzimmer – und gleichzeitig eine neue Form von Unsicherheit.
Denn wir müssen uns klarmachen: Unterricht ist ein geschützter Raum. Ein Raum, in dem Fehler erlaubt sind, in dem ausprobiert wird, in dem auch mal „gerungen“ wird, mit Gedanken, mit Positionen, manchmal auch miteinander. Wenn dieser Raum jederzeit potenziell aufgezeichnet, geteilt und verzerrt dargestellt werden kann, verändert das etwas Grundlegendes.
Nicht nur für Lehrkräfte.
Auch für Schülerinnen und Schüler.
Eine Schule, in der ständig mitgedacht werden muss, ob ein Moment heimlich aufgenommen wird, ist keine gute Lernumgebung.
Deshalb möchte ich an dieser Stelle auch einen klaren Appell an Sie als Eltern richten:
Sprechen Sie mit Ihren Kindern über den verantwortungsvollen Umgang mit Smartphones und KI. Machen Sie deutlich, dass heimliches Filmen kein Kavaliersdelikt ist, sondern ein massiver Eingriff in die Persönlichkeitsrechte anderer. Schule kann und wird Regeln setzen, aber die Haltung dazu entsteht vor allem im Elternhaus. Gleichzeitig ist es mir wichtig, auch unser Kollegium für diese Entwicklung zu sensibilisieren – ohne Alarmismus, aber mit der nötigen Klarheit:
Wir bewegen uns in einem veränderten Kontext. Situationen im Unterricht können heute anders wahrgenommen, aufgezeichnet und aus dem Zusammenhang gerissen werden. Das bedeutet nicht, dass wir unseren Unterricht grundlegend verändern oder uns ständig selbst kontrollieren müssen. Aber es bedeutet, dass wir uns dieser Realität bewusst sein sollten. Sprechen Sie mit den Klassen darüber und machen sie den Schülerinnen und Schülern klar, dass wir solches Verhalten keinesfalls tolerieren und es ernsthafte Konsequenzen hat.

Professionelles Handeln, Transparenz und gegenseitige Unterstützung im Kollegium werden damit noch wichtiger.

Am Ende steht eine einfache, aber entscheidende Einsicht: Nicht alles, was technisch möglich ist, ist auch richtig.

Und genau deshalb ist auch das eine zentrale Bildungsaufgabe unserer Zeit.

Ihr

Erik Grundmann

Und hier wieder als Angebot, ein paar Links, Tipps und Empfehlungen:

Interessantes
„ZDF heute“ über die Studie „Jugend in Deutschland“, die die Unzufriedenheit junger Menschen in Deutschland zeigt. 41% der 14- bis 29-Jährigen können sich vorstellen, künftig lieber in einem anderen Land zu leben: https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/jugend-studie-2026-deutschland-100.html. Auch das „Deutsches Schulportal“ berichtet über die Studie: https://deutsches-schulportal.de/schule-im-umfeld/stress-schulden-unsicherheit-junge-menschen-blicken-skeptisch-in-die-zukunft/.
Die „Frankfurter Rundschau“ hat Sanem Kleff interviewt, die 25 Jahre „Schule ohne Rassismus“ geleitet hat: https://www.fr.de/panorama/rassistische-vorurteile-werden-viel-ungehemmter-ausgelebt-94236157.html. Die Weibelfeldschule gehört auch dem Netzwerk „Schule ohne Rassismus“ an und unterstützt dessen Idee mit einer Arbeitsgemeinschaft und zahlreichen Aktionen.
Im „Wiarda-Blog“ spricht Jan-Martin Wiarda mit dem Soziologen Marc Helbig über den Zusammenhang von Noten, familiärer Unterstützung und sozialer Herkunft: https://www.jmwiarda.de/blog/2026/03/11/wen-pruefen-lehrkraefte-da-eigentlich-das-kind-oder-die-eltern.

Schulentwicklung
Bei „evido“ ist ein Interview mit Prof. Karlen zum sebstregulierten Lernen veröffentlicht worden: https://evido-magazin.de/artikel/selbstreguliertes-lernen-vom-einzelprojekt-zur-schulkultur. Fazit: Selbstreguliertes Lernen wird erst dann wirksam, wenn es nicht als Projekt, sondern als gemeinsame, langfristige Schulentwicklung verstanden wird.
Auf derselben Plattform ist auch ein Interview mit Prof. Hertwig zum Thema Selbstregulation erschienen: https://evido-magazin.de/artikel/selbstregulation-gegen-kontrollverlust-so-koennen-schulen-auf-dem-weg-zur-digitalen-muendigkeit-unterstuetzen. Fazit: Digitale Bildung ist nicht primär ein Technikthema, sondern ein Selbstregulationsthema: Wer sich nicht selbst steuern kann, verliert im digitalen Raum die Kontrolle.
Auf dem „Deutschen Schulportal“ berichtet Alexandra Mankarios über die Forderung der SWK nach mehr einheitlichen Tests und klareren Standards zur datengestützten Schulentwicklung: https://deutsches-schulportal.de/bildungsforschung/swk-gutachten-datengestuetzte-schulentwicklungexpertengremium-mehr-einheitliche-tests-fuer-bessere-foerderung-in-der-schule.

Smartphone und Social-Media
Die KI-Übersichten bei Google-Suchen enthalten viele Fehlinformationen, wie „Futurism“ berichtet: https://futurism.com/artificial-intelligence/google-ai-overviews-misinformation.
Klicksafe hat seine Video-Reihen übersichtlicher gestaltet: https://www.klicksafe.de/video-reihen.
Das „Deutsche Schulportal“ hat ein Interview mit der Medienwissenschaftlerin Leonie Alatassi zur TikTok-Nutzung von Jugendlichen geführt. Spoiler: Jugendliche wissen zu wenig über den Algorithmus: https://deutsches-schulportal.de/schule-im-umfeld/studie-jugendliche-wissen-zu-wenig-ueber-den-tiktok-algorithmus/.

KI
Spannend! In der PISA-Studie 2029 wird erstmals auch Media- und AI-Literacy von Schülerinnen und Schülern erfasst. D.h. mit PISA 2029 wird erstmals international sichtbar, ob Schule junge Menschen darauf vorbereitet, sich in einer von KI erzeugten Wirklichkeit zu orientieren – oder ob sie lediglich Wissen vermittelt, das längst automatisiert verfügbar ist. Informationen dazu: https://www.zib.education/media-and-artificial-intelligence-mail-bei-pisa-2029/.
„404 Media“ beschäftigt sich mit den afrikanischen Klickworkern, die KI trainieren und beginnen sich zu wehren: https://www.404media.co/ai-is-african-intelligence-the-workers-who-train-ai-are-fighting-back/.
Auf der Seite https://theyseeyourphotos.com/ kann man sehen, welche Informationen KI, in diesem Fall Google Vision, aus Fotos herauslesen. Spoiler: Das ist zwar nicht präzise, zeigt aber anschaulich, was aktuell mit unseren Bilddaten passiert und wie sie kommerzialisiert werden.
Die Plattform https://www.magmamath.com/de ist ein adaptives intelligentes System für den Mathematikunterricht. Sie erlaubt Einblicke in Lernprozesse und unterstützt lernen
individuell.
Bernhard Gmeiner schreibt in seinem Blog bei „Der Standard“ über ein Gespräch mit Barbara Geyer über den Einfluss von KI-Agenten auf Aufgaben und die Folgen. Wenn KI-Agenten nicht nur helfen, sondern lernen an unserer Stelle übernehmen, steht Schule vor einer existenziellen Frage: Nicht mehr, wie wir lernen – sondern warum überhaupt noch.: https://www.derstandard.at/story/3000000314084/die-hausuebung-macht-mein-ki-agent?ref=article.
„t3n“ konstatiert das Ende des KI-Hypes bei der Gen-Z, eine völlig normale Entwicklung. Entscheidend ist nicht, dass junge Menschen KI nicht mehr nutzen – sondern dass sie ihr dabei immer weniger vertrauen.https://t3n.de/news/das-ende-des-hypes-gen-z-verliert-zunehmend-das-vertrauen-in-ki-1737994/.

Tipps für den Unterricht

Das „Deutsche Schulportal“ hat ein Dossier zu datengestützter Diagnose und Förderung zusammengestellt: https://deutsches-schulportal.de/dossiers/datengestuetzte-diagnose-und-foerderung-in-der-schule-aber-wie.
Mit https://bouncy-balls.org/de, kann man den Lärmpegel im Klassenraum visualisieren.

Leseempfehlung
Ben Furman: Lösungsorientiert Schule machen. Wie Unterricht wieder mit mehr Freude gelingt, Heidelberg 2024.
Der finnische Psychiater und Psychotherapeut zeigt anschaulich und praxisnah, wie der Umgang mit Herausforderungen in Schule gelingen kann. Das Buch hat nur 100 Seiten und ist schnell zu lesen.

Hörempfehlung
Mal wieder eine Folge „Psychologie im Klassenzimmer“ Benedikt Wisniewski spricht mit dem Bildungsjournalisten Alexander Brand über dessen Buch „Die Bildungsweltmeister“: https://podcasts.apple.com/de/podcast/spezial-die-bildungsweltmeister-gespr%C3%A4ch-mit-alexander/id1647804131?i=1000761040380. 

Sehempfehlung
In der Mediathek der ARD gibt es die sehenswerte Doku „Inside Klassenchats“: https://www.ardmediathek.de/video/doku-und-reportage/inside-klassenchats/wdr/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLXNvcGhvcmEtYmUyMTAxMTAtNWViZC00MmNhLWFhYzItZmEzNDZiMTIyMGNh.

Veranstaltungsempfehlung
Vom 5. bis 7. Mai findet in Karlsruhe die LEARNTEC statt, laut eigener Auskunft „Europas bedeutendste Fachmesse für digitale Bildung in Schule, Hochschule und Beruf“. Weitere Infos: https://www.learntec.de/de/.

Spaß im Netz
Wenn Sie mal wieder am Rad drehen (wollen), empfehle ich diese Website: https://www.leduchamp.com/.

Newsletter 25/26-13: 20.03.2026

Liebe Schulgemeinschaft,

letzten Freitag war ich auf der Didacta, um mich über aktuelle Entwicklungen zu informieren und weiter zu vernetzen. Zwei Dinge möchte ich besonders hervorheben.

Zum einen waren wir zum dritten Mal in Folge mit einer Schülergruppe vertreten, die selbst eine Präsentation gehalten hat. Dieses Mal ging es darum, wie Schülerinnen und Schüler im Rahmen unseres Reallabors selbst aktiv werden und Schule verändern. Der großartige Vortrag stieß auf entsprechende Resonanz und hat unter anderem zu einer Vernetzung mit dem Reallabor in Leipzig geführt, da bahne sich spannende Kooperationen an. Es ist immer wieder großartig zu sehen, zu was Jugendliche in der Lage sind, wenn man sie nur lässt.

Zum anderen habe ich ein Panel zu Adaptiven Intelligenten Systemen (AIS) besucht. Das „FWU Institut für Film und Bild gGmbh war Veranstalter, teilgenommen haben Prof. Dr. Ulrike Cress (Direktorin Leibniz-Institut für Wissensmedien), Prof. Dr. Matthias Bethge (Direktor Tübingen AI Center), Prof. Dr. Andreas Lachner (Co-Director Tübingen Center for Digital Education), Dr. Wieland Brendel (Forschungsgruppenleiter ELLIS Institute Tübingen), Dr. Almut Steinlein (Projektleiterin AIS am FWU). Moderiert wurde das Panel von Dr. Anika Limburg, Leiterin des Bildungscampus Saarland. Im Panel wurde deutlich:

Mehrfach wurde das disruptive Potenzial eines AIS für Unterricht betont. Es entstehe eine Lehr-Lern-Plattform, die gleichzeitig Lernende individuelle und adaptiv im eigenen Tempo unterstützen soll und Lehrende bei der Lernentwicklung der Lernenden auf dem Laufenden halte. Dadurch könne eine individuelle Förderung gelingen. Das System werde entsprechend mit Curricula etc. trainiert und soll für kommerzielle Anbieter offen sein, natürlich alles konform mit DSGVO und EU-AI-Act. So soll ein offenes, nicht proprietäres lernendes System entstehen, dass den Kindern gerecht werde und Lehrkräfte entlaste, die dann wieder mehr Raum für echte Lernbegleitung bei denen bekämen, die sie nötig haben. Dadurch soll mehr Bildungsgerechtigkeit entstehen. Dafür bedürfe es natürlich auch neuer Unterrichtsformen und Lernräume. Der Gefahr des Deskilling werde durch die Adaptivität und didaktisch elaborierte Sequenzierung vorgebeugt. Ziel seien verstärkte Selbstregulierung und Kompetenzorientierung bei den Lernenden, die mit dem AIS Lernen lernen. Natürlich bedeute das nicht, dass nur noch digital und vereinzelt gelernt werde, sondern eine Ergänzung zur Unterstützung individueller Lernprozesse zur Verfügung gestellt werde, natürlich müsse weiter auch analog und kollaborativ gelernt werden.

Ausgerollt werden soll das System schon nach den Sommerferien in ersten Pilotschulen, im Herbst soll es weiter in die breite gehen und im Winter soll es Fortbildungen für Lehrkräfte geben. Wohlgemerkt: 2026! Ein ambitioniertes Programm, entwickelt von deutschen Institutionen unter dem Dach der FWU. Die zentrale Kompetenz-Schnittstelle bildet das ellis-Institut Tübingen (ELLIS Institute Tübingen). Auf persönliche Nachfrage nach der Verbindlichkeit der Umsetzung wurde mir versichert, dass Schulen freiwillig teilnehmen könnten und man darauf setze, dass der Erfolg des AIS dazu führe, dass alle Schulen nicht darum herum kämen.

Mehr Informationen gibt es auf der Seite des AIS: https://ais.schule/ und hier: https://www.kmk.org/bildungsministerkonferenz/bildungsthemen/bildung-in-der-digitalen-welt.html (bei „Länderübergreifende Vorhaben“ / „Adaptives Intelligentes System“ (hier erfährt man auch, dass AIS-Chat (durch die Umbenennung im Mai 2026, wird das natürlich offensichtlicher) ein Teilprojekt von AIS ist und dessen weiterbetrieb von dem Fortschritt bei AIS abhängt.) Persönlich bin ich vom disruptiven Potenzial von AIS oder vergleichbaren Tutorsystemen überzeugt, schließlich war es unter anderem der TED-Talk von Sal Khan zu Khanmigo im April 2023, der mich zur intensiven Beschäftigung mit KI gebracht hat. Schon Benjamin Bloom (ja, das ist der mit den Taxonomien) hat ja 1984 erforscht, dass individuelle Unterstützung Lernende um zwei Notenstufen besser machen kann. Ohne KI war es natürlich nicht denkbar, jedem und jeder Lernenden eine Lehrkraft zur Verfügung zu stellen. Bloom nannte das das „2-Sigma-Problem“. KI hat jetzt das Potenzial, dieses Problem zu lösen. Wenn es denn gut gemacht wird.

Ich sehe aktuell zwei Schwierigkeiten. Bisher haben es staatliche/halbstaatliche Unternehmungen eher nicht geschafft, sinnvolle digitale Systeme zu etablieren (vgl. Logineo, AIS-Chat mit Einschränkungen). Und, zweitens, habe ich meine Zweifel, ob eine freiwillige Implementierung in den Schulen funktionieren kann. Wir sehen aktuell bei der Implementierung von KI-Anwendungen in Unterricht und Lehre schon einen wachsenden digital-divide, weil viele Schulen und Lehrkräfte sich schlicht nicht damit beschäftigen. Ähnliches können wir bei der Anwendung von digitalen Tafeln oder Tabletts im Unterricht beobachten. Ähnliches konnte ich auch schon bei der Einführung der Kompetenzorientierung in den 2010er Jahren beobachten, damals mussten sich Lehrkräfte zwar fortbilden lassen, haben das zum Teil aber nur halbherzig getan und wenig umgesetzt. Da ist es wieder, das Implementierungsproblem in der deutschen Bildungslandschaft. Ich plädiere daher für eine deutlich verbindlichere Umsetzung im Rahmen strukturierter Schulentwicklungsprogramme mit entsprechenden Entlastungen (Pilotierung, Begleitforschung, Fortbildung), um eine weitere Heterogenisierung der deutschen Bildungslandschaft zu verhindern und das Potenzial von AIS zur Stärkung der Bildungsgerechtigkeit zu nutzen. Außerdem plädiere ich für ein starkes europäisches System in Kooperation mit etablierten und neuen Stakeholdern auf dem europäischen Bildungsmarkt, um weiteren Einfluss von US-Big-Tech oder chinesischen Anbietern auf dem europäischen Bildungsmarkt zu verhindern.

AIS könnte das wichtigste schulische Infrastrukturprojekt seit Einführung der Schulpflicht werden, wenn Deutschland diesmal das Implementierungsproblem löst.

Funfact für alle KI-Skeptiker, besonders für Mathe: In Schweden gibt es ein gut funktionierendes AIS für Mathematik: Magma Math, auch das war auf der Didacta zu sehen: https://www.magmamath.com/de.

Ihr

Erik Grundmann

Und hier wieder als Angebot, ein paar Links, Tipps und Empfehlungen, das naturgemäß nach den Ferien etwas ausführlicher ausfällt:Interessantes
„Medium“ zum 2-Sigma-Problem: https://medium.com/@lern360_official/the-2-sigma-problem-was-never-about-teaching-it-was-about-scale-80c846b3e5b5.
Die Bosch Stiftung hat das „Deutsche Schulbarometer 2026“ zu Schülerinnen und Schülern veröffentlicht, hier gibt es eine Zusammenfassung auf dem „Deutschen Schulportal: https://deutsches-schulportal.de/bildungswesen/deutsches-schulbarometer-schuelerbefragung-2026-die-wichtigsten-ergebnisse/. Die ganze Studie gibt es hier: https://www.bosch-stiftung.de/de/publikation/deutsches-schulbarometer-befragung-schuelerinnen. Spoiler: Es ist nicht besser geworden.
Ulrike Linz bloggt zu Deep Skills im Zeitalter von KI. Deep Skills sind die tiefen, menschlichen Fähigkeiten wie Selbstregulation, Empathie und Reflexion, die im Zeitalter von KI besonders wichtig werden und durch sinnvolle Lernräume statt durch reines Training entstehen: https://linzspiration.de/deep-skills/.
Eine Studie des „LIfBi“ hat eine umfangreiche Studie zum Zusammenhang von sozialer Herkunft und Bildungsungleichheit veröffentlicht: https://www.lifbi.de/de-de/Start/Aktuelles-Medien/Neuigkeiten/details/gleiche-leistung-ungleiche-chancen.
Die Uni Hildesheim hat die JuCo V-Studie zum Wohlbefinden Jugendlicher und junger Erwachsener in Krisenzeiten in Krisenzeiten veröffentlicht: https://hilpub.uni-hildesheim.de/server/api/core/bitstreams/b79bd9ec-5bde-46e3-b657-f42e27224a97/content.

Schulentwicklung
In einem Interviews für das „Deutsche Schulportal“ erklärt die US-Bildungsforscherin und Autorin Julia Freeland Fisher, „Warum Schulen Jugendliche auch beim Netzwerken unterstützen sollten“: https://deutsches-schulportal.de/schule-im-umfeld/vitamin-b-warum-schulen-jugendliche-auch-beim-netzwerken-unterstuetzen-sollten/.

Smartphone und Social-Media
Die NZZ zeigt, wie man Soziale Medien technisch besser gestalten könnte und dass diese Möglichkeiten den Tech-Firmen durchaus bewusst sind. Das Problem ist, dass sie Gewinne schmälern würden: https://www.nzz.ch/technologie/zehn-ideen-fuer-bessere-soziale-netzwerke-die-tech-firmen-verschwiegen-haben-ld.1926585.
Im aktuellen Newsletter von Smartphone-Coach Andrea Bugl-Aigner gehet es um die Manosphere; mit interessanten Links (vgl. letzten Newsletter): https://9etqr.r.a.d.sendibm1.com/mk/mr/sh/OycXxko2a8zXNsWPDzlZCDgb/i_thqfETzt8o.

KI
Joscha Falck hat sich von KI-Agenten ein Escape-Game bauen lassen, wie kann man hier nachlesen: https://joschafalck.de/archiv-45/.
Kling zeigt hier eindrücklich, was KI im Bereich Film mittlerweile möglich macht: https://www.youtube.com/watch?v=eZeZ7EM1GY0.
Die „Initiative digitale Bildungschancen“ hat ein Diskussionspapier zum Einsatz von KI in Schulen entwickelt: https://cloud.medienzentrum.rocks/s/G8e5fsDReryDpK5?dir=/&editing=false&openfile=true.

Tipps für den Unterricht
Auf https://politiktest.de/ kann man testen wie stark politische Einstellungen mit populistischem Denken zu tun haben.
Der Psychologe und Bildungsforscher Manfred Holodynski erklärt in einem Interview mit dem „Deutschen Schulportal“, warum Classroom Management so zentral für die Unterrichtsqualität ist, welche Fehler Lehrkräfte vermeiden sollten und wie eine bessere Ausbildung Abhilfe schaffen könnte: https://deutsches-schulportal.de/bildungsforschung/wir-haben-ein-massives-problem-mit-classroom-management/.

Leseempfehlung
Leonard Sommer: Wenn Schule auf Ideen bringt, München 2023. Eine wundervolle Sammlung mit Ideen aus der Schulpraxis.

Hörempfehlung
Ferdinand Stebner bei WDR 5 über selbstreguliertes Lernen: https://www.ardsounds.de/episode/urn:ard:section:42b966c64cd83570/.
Ich gestatte mir mal etwas Eigenwerbung. Hannes Kannes hat einen Podcast mit mir aufgenommen: https://www.youtube.com/watch?v=PCMCbpLc_TQ bei Youtube. Wer es ohne Bild mag, wird hier fündig: https://open.spotify.com/episode/4GgqCyJmZMNB2NwiuqL6IG. .

Sehempfehlung
Aktuell keine, wem langweilig ist empfehle ich aber gerne „Treibhäuser der Zukunft“ oder Clips mit Ken Robinson auf YouTube.

Veranstaltungsempfehlung
Aktuell keine, natürlich Bob Blume am 23.09. im Bürgerhaus.Spaß im Netz
Heute gibt es mal eine Website, die sie per Zufallsgenerator auf unnütze Seiten bringt: https://theuselessweb.com/.   

Newsletter 25/26-12: 06.03.2026

Liebe Schulgemeinschaft,

Frau Hartmann, Elternsprecherin an unserer Schule, hat sich mit einem Thema auseinandergesetzt und die Eltern darüber informiert, das auch an der Weibelfeldschule zunehmend an Bedeutung gewinnt. Sie hat mir, vielen Dank dafür, die Erlaubnis erteilt ihren Text zu veröffentlichen und ihren Namen zu nennen, was ich sehr gerne tue. Es geht um die Frage, wie die Schule mit Straftaten umgeht. Im Folgenden zitiere ich ihren Originaltext und ergänze danach noch etwas:

„In welchen Fällen ist die Schulleitung verpflichtet, eine Strafanzeige zu stellen – insbesondere im Zusammenhang mit extremistischen Symbolen oder Parolen, Cybermobbing und problematischen Text- oder Sprachnachrichten in Klassenchats.
Zudem möchte ich Ihnen einen Überblick über die Folgen für minderjährige Zeugen sowie den Ablauf von Zeugenvernehmungen geben.

1. Wann muss die Schule eine Strafanzeige stellen?
Die Schule ist verpflichtet, eine Strafanzeige zu erstatten, wenn der Verdacht auf eine Straftat besteht, die nicht mehr allein durch schulische Maßnahmen geklärt werden kann. Dazu gehören unter anderem:

– Körperverletzungen, Bedrohungen oder Erpressung
– Diebstahl oder Sachbeschädigung
– Cybermobbing, insbesondere wenn Beleidigungen, Bedrohungen oder die Verbreitung sensibler Inhalte vorliegen
– die Verwendung, Verbreitung oder Darstellung von Worten, Parolen, Symbolen oder Gesten, die extremistischen oder in Deutschland verbotenen Organisationen zugeordnet werden
– strafbare Inhalte in Klassenchats, z. B. beleidigende Sprachnachrichten, diskriminierende Aussagen oder das Teilen verbotener Symbole

Gerade digitale Kommunikationswege wie Klassenchats spielen eine immer größere Rolle. Auch Inhalte, die außerhalb der Schulzeit verschickt werden, können strafrechtlich relevant sein, wenn sie Mitschüler bzw. Lehrer betreffen oder das schulische Miteinander beeinträchtigen.

Nach dem Erstellen einer Anzeige erfolgt durch die Schule keine allgemeine Information an Eltern, die nicht direkt und unmittelbar betroffenen sind. Dies wird zum Schutz unterlassen. Elternsprecher können davon gegebenenfalls ausgenommen sein, um im Falle eines Falles und in Abstimmung mit der Schule besser reagieren oder Fragen beantworten zu können.

2. Folgen und Auswirkungen für minderjährige Zeugen
Wenn Schülerinnen oder Schüler Zeugen eines solchen, von der Schule zu Anzeige gebrachten Vorfalls sind, kann es sein, dass sie von der Polizei zu einer Aussage eingeladen werden. Minderjährige Zeugen sind nicht beschuldigt, sondern sollen helfen, den Sachverhalt aufzuklären.

Wichtig zu wissen:
– Zeugen müssen wahrheitsgemäß aussagen.
– Sie sind nicht verpflichtet, sich selbst zu belasten.
– Die Polizei ist verpflichtet, altersgerecht und besonders schonend vorzugehen.

3. Einladung und Ablauf einer Zeugenvernehmung

Eine Zeugenvernehmung wird in der Regel schriftlich angekündigt, z. B. durch einen Brief von der zuständigen Polizeidienststelle. Die Einladung enthält Ort, Datum und ein Aktenzeichen. Häufig findet die Vernehmung in der Polizeidienststelle statt, manchmal auch in der Schule.

Der Ablauf sieht typischerweise so aus:
– Die Eltern werden über den Termin informiert.
– Eltern dürfen in der Regel anwesend sein, außer dies könnte die Aussage beeinflussen.
– Die Polizei erklärt den Ablauf und stellt Fragen, die das Kind in eigenen Worten beantwortet.
– Die Aussage wird protokolliert und anschließend gemeinsam durchgegangen und unterzeichnet.

4. Rechte und Pflichten der Eltern
Als Eltern haben Sie das Recht:

– über den Termin und Zweck der Vernehmung informiert zu werden,
– Ihr Kind zu begleiten (sofern zulässig),
– Rückfragen zu stellen, wenn etwas unklar ist.

Gleichzeitig haben Sie die Pflicht:
– Ihr Kind zur wahrheitsgemäßen Aussage anzuhalten,
– die Teilnahme an der Vernehmung zu ermöglichen,
– die Schule über relevante Informationen zu informieren, sofern diese zur Klärung beitragen.

Mir ist bewusst, dass solche Situationen für Kinder und Eltern belastend sein können. Bitte zögern Sie nicht, bei Unsicherheiten das Gespräch mit der Klassenleitung, der Schulleitung oder auch mit mir als Elternvertretung zu suchen.“

Die Polizei hat in diesem Zusammenhang eine gute Handreichung für Lehrkräfte erstellt, die natürlich auch für Eltern von Interesse sein kann: https://www.polizei-beratung.de/fileadmin/Medien/299-HR-Schule-fragt-Polizei-antwortet.pdf.

Warum dieser Beitrag?
Weil es in der letzten Zeit leider wieder häufiger zur Verwendung verbotener Symbole oder extremistischen Gesten oder Sachbeschädigungen kommt. Wir sind zum Glück noch weit davon entfernt, dass das ein Massenphänomen an unserer Schule ist, sind uns im Kollegium aber auch einig, dass wir das nicht tolerieren und im Keim ersticken wollen. Deshalb werden wir als Schule konsequent bei solchen Vorfällen vorgehen, um deutlich zu machen, dass hier Grenzen überschritten werden. Ein Teil der Gegenmaßnahmen ist dieser Newsletter, der alle Mitglieder der Schulgemeinschaft informieren und sensibilisieren soll. Ich bitte Eltern und Lehrkräfte mit ihren Kindern und Schülerinnen und Schülern zu sprechen und ihnen klar zu machen, dass extremistische Gesten kein Spaß sind und Konsequenzen haben.

Ihr

Erik Grundmann

Und hier wieder als Angebot, ein paar Links, Tipps und Empfehlungen, das naturgemäß nach den Ferien etwas ausführlicher ausfällt:Interessantes
Hier gibt es eine Zusammenfassung zu INSIDE, einer Langzeitstudie zu Inklusion, der dazu erschienene Sammelband kann komplett heruntergeladen werden. Spoiler: Es hängt von den Lehr- und Förderkräften ab: https://www.lifbi.de/de-de/Start/Aktuelles-Medien/Neuigkeiten/details/langzeitstudie-inside-zieht-bilanz-wie-inklusion-an-weiterfuehrenden-schulen-gelingt-und-wo-sie-an-grenzen-stoesst. (Danke Frau Zuppke für den Hinweis).
Das Verwaltungsgericht Kassel hat ein Urteil zu Täuschungsversuchen mit KI an der Uni gefällt. Ist das ggf. auf Schule übertragbar? https://verwaltungsgerichtsbarkeit.hessen.de/presse/unzulaessige-nutzung-kuenstlicher-intelligenz-bei-studentischen-pruefungsleistungen.
Die Uni Hildesheim hat die JuCo V-Studie veröffentlicht, die sich mit dem Wohlbefindne von Jugendlichen befasst: https://hilpub.uni-hildesheim.de/entities/publication/7c0efae6-c11a-4eed-adf0-4636c68ff009.
Susanne Alles setzt sich in ihrem Blog klug mit der Abwertung von digitaler Schulentwicklung als „Knöpfchenkunde“ auseinander, sie fordert eine andere Fehlerkultur und die Anerkennung von Bedienwissen zur Technik: https://teacherette-total.blogspot.com/2026/03/knopfchenkunde-und-klickkompetenz-warum.html.
Rahel Tschopp schreibt in einer Kolumne für „Lernetz Schule“ über das Schul-WC als wichtigen sozialen Ort: https://lernetz.schule/magazin/was-das-stille-oertchen-ueber-die-schule-sagt/.
Eine internationale Generationenumfrage hat ergeben, so berichtet „Der Standard“, dass die Männer der GenZ rückständige Rollenbilder haben (Vgl. Newsletter 09: https://www.schulmun.de/2025/08/12/newsletter-2025-2026/): https://www.derstandard.at/story/3000000311154/generationen-umfrage-gen-z-hat-r252ckst228ndigstes-rollendenken.

Schulentwicklung
Ich mache hier mal eine neue Rubrik zu Schulentwicklung auf. Ich wundere mich selbst, dass es diese noch nicht gibt, wo das doch eines meiner zentralen Themen ist.
„Spektrum.de“ hat mit 17 führenden Expertinnen und Experten 15 Denkanstöße für die Schule der Zukunft entwickelt: https://reportage.spektrum.de/die-schule-der-zukunft#uebersicht.
Torsten Larbig kritisiert in seinem Blog den Fokus auf 4K und Future-Skills, die sich zu sehr an ökonomischer Verwertbarkeit orientieren. Die 4K sind wichtig, aber nicht ausreichend.
Bildung darf nicht nur auf Kompetenzen für Funktionieren zielen, sondern muss Orientierung im Leben ermöglichen: https://herrlarbig.de/2026/02/16/jenseits-der-4k-was-bildung-wirklich-bedeutet/.

Smartphone und Social-Media
„Netzpolitik.org“ hat kritische Standpunkte zur Debatte um das Social-Media-Verbot für Jugendliche zusammengefasst: https://netzpolitik.org/2026/von-kinderhilfswerk-bis-lehrerverband-so-breit-ist-die-kritik-am-social-media-verbot/.
Michael Drabe hat ein Mini-Curriculum zur Medienbildung im Zuge der Debatte um das Social-Media-Verbot entwickelt: https://schule-in-der-digitalen-welt.de/sollte-es-ein-social-media-verbot-fur-alle-unter-14-geben/.
„Der Standard“ zeigt, dass viele Tech-Manager bei ihren Kindern Social-Media stark reglementieren: https://www.derstandard.at/story/3000000309692/tech-manager-pflegen-strenge-social-media-limits-fuer-ihre-kinder?ref=article.
Jan Martin Wiarda beschreibt in seinem Blog wie sich seine Haltung zu einem Social-Media-Verbot wandelte: https://www.jmwiarda.de/blog/2026/02/12/bitte-verbieten.

KI
Bernhard Gmeiner berichtet in seinem KI-Blog bei „Der Standard“ darüber, wie er mit Vibe-Coding Apps für seinen Unterricht baut, ohne Programmierkenntnisse. Ich bin auch gerade dabei das auszuprobieren: https://www.derstandard.at/story/3000000309176/ich-habe-eine-app-gebaut-ich-kann-nicht-programmieren?ref=article.
„Frontiers in Education“ hat sich mit Lehrkräftefortbildungen zu KI auseinandergesetzt. Spoiler: Nicht „KI zeigen“, sondern „KI verstehen und pädagogisch nutzen“ ist entscheidend für wirksame Schulentwicklung: https://www.frontiersin.org/journals/education/articles/10.3389/feduc.2025.1671306/full.
Benedikt Wisniewski schreibt im FelloFish-Blog „Über den problematischen Diskurs zum Einsatz von KI in der Schule“, Spoiler: Die eigentliche Herausforderung ist nicht Technologie, sondern Didaktik; KI zwingt Schule, zwischen Wissen, Können und Verstehen neu zu unterscheiden.: https://www.fellofish.com/blog/zwischen-hype-und-panik.
Die Hamburg-Open-Online-University hat zu ihrem zehnjährigen bestehen ein Papier zu KI, Urheberrecht und OER veröffentlicht: https://portal.hoou.de/wp-content/uploads/HOOU-KI-und-Recht-RZ-Digital-02-Doppel.pdf?_ga=2.187007278.728171147.1750668388-452765661.1747647146.
Hauke Pölert hat auf LinkedIN auf diese Studie aufmerksam gemacht, die untersucht, ob es einen Unterschied macht, ob Feedback von einem Menschen oder einer KI kommt: https://arxiv.org/pdf/2602.11311. Spoiler: Ja.
Joscha Falck schreibt auf „Deutsches Schulportal“ über KI als Lernressource: https://deutsches-schulportal.de/expertenstimmen/wie-wird-ki-zur-lernressource-statt-zur-abkuerzung/.
Review zur Harvard-Studie zu KI-Tutoring (Kestin et al. 2025), gut designte KI-Tutoren können in bestimmten Lernphasen besser wirken als sehr guter Unterricht — aber nur unter streng didaktischen Bedingungen: https://etcjournal.com/2025/11/10/review-of-kestin-et-al-s-june-2025-harvard-study-on-ai-tutoring/.
Greenpeace hat ein gutes Paket mit Unterrichtsmaterial zu KI und Klima erstellt, in dem Chancen und Kritik zusammengefasst werden: https://www.greenpeace.de/ueber-uns/umweltbildung/unterrichtsmaterial-kuenstliche-intelligenz-ki-und-klima.
Ein schönes Spiel zum Üben von Prompten in einer Beta-Version: https://store.steampowered.com/app/4258720/Promptables__Das_KIDuell/.

Tipps für den Unterricht
Eine praktische Anwendung von KI im Sportunterricht entwickeln Schülerinnen und Schüler aus Niedersachsen: https://www.mz.de/panorama/wie-jugendliche-mit-ki-sportunterricht-fairer-machen-wollen-4203186.
Das „Online Praxishandbuch Unterrichtsgestaltung mit Medien“ der Uni Bremen bietet zahlreiche Anleitungen und Unterrichtsszenarien für mediengestützte Bildung: https://unterrichtsgestaltung-mit-medien.de/.

Leseempfehlung
Pavle Madzirov: KI-Kompetenz für Schulleitungen; Grundlgen, Praxis und Integration von Künstlicher Intelligenz in Schulleitungshandeln und Unterricht, Hürth 2026.

Hörempfehlung
Im Podcast „Education Minds“ von Yvo Wüest ist Stefan Lesser zu Gast, hörenswert:  https://open.spotify.com/episode/4tsaSFfIQ58vuREm5bESfE.

Sehempfehlung
Arte Doku zur Frage ob Schule Druck braucht: https://www.youtube.com/watch?v=dTPL08Z3HKk.

Veranstaltungsempfehlung
Die Pioneers of Education haben die Videos ihres Bildungsgipfels noch bis Montagabend freigeschaltet, wer möchte kann sich hier noch anmelden: https://pioneersofeducation.online/. Spaß im Netz
Die Seite https://r74n.com/ bietet zahlreiche spannende und wichtige Features, zum Beispiel eine Liste mit allen Ameisenarten auf der Erde: https://r74n.com/ants/.