2024-04: Auseinandersetzung mit dem Manifest des Bildungsrates – als Teil einer „Blogparade“

Mehr Vielfalt im Lehrerzimmer!

Quereinstieg ist eine Lösung

Vorbemerkung: Eine Reihe von bildungsaffinen Bloggern hat sich zum Ziel gesetzt, 2024 häufiger thematisch gemeinsam zu bloggen. Die Themenvorschläge werden an dieser Stelle gesammelt, alle Beiträge zum aktuellen Thema werden unter dem Beitrag gesammelt.

Der Bildungsrat von unten hat am 30.01.24 seine „Stellungnahme zum Fachkräftenotstand an Schulen und zu den von der SWK vorgelegten Empfehlungen“ veröffentlicht! Der Bildungsrat von unten geht auf eine Initiative von Susanne Posselt, Bob Blume, Philipp Dehne und Mark Rackles zurück. Er sieht sich als Bottom Up-Alternative zur KMK und setzt sich für die Vernetzung von Menschen aus der Bildungspraxis ein, die Reformvorschläge unterbreiten. Mittlerweile sind über 1.100 Menschen dort aktiv. Ich bin einer davon und konnte den Entstehungsprozess des Papieres begleiten, zugegeben eher passiv, kann aber versichern, dass es eine beeindruckende Leistung ist. Über 1100 Personen, vorwiegend Lehrkräfte, haben in einem exakt einjährigen Prozess in verschiedenen Arbeitsgruppen und Plenen diskutiert, formuliert, moderiert und abgestimmt und am Ende ist tatsächlich eine Reihe konkreter Forderungen entstanden.
Ich möchte mich für die Blogparade gerne schwerpunktmäßig mit Punkt 3, „Den Quereinstieg als zweiten regulären Zugang zum Lehramt mit bundesweit einheitlichen Standards verstetigen!“ beschäftigen, der wiederum eng mit den meisten anderen Punkten des Manifests zusammenhängt. Wir PoWi-Lehrkräfte glauben ja immer an Interdependenz.
Warum genau dieser Punkt? Einmal, weil er mich als Schulleiter im Moment sehr beschäftigt und dann, weil ich Ende des Monats zu diesem Thema in einer Podiumsdiskussion auf der Didacta sitze und mich so darauf vorbereiten kann; so etwas nennt man dann wohl einen Synergieeffekt.
Für mich ist Fakt, dass wir mehr Quer- und SeiteneinsteigerInnen in der Schule brauchen werden. In der Grundschule und in Mangelfächern ist das ja schon lange der Fall.

Das Lehrerzimmer ohne Quer- und Seiteneinsteiger.

„Der Quer- und Seiteneinstieg in das Lehramt ist seit einigen Jahren gelebte Praxis und effektiver Lückenfüller in Zeiten des Lehr- und Fachkräftedefizits. Der Quereinstieg mit Vorbereitungsdienst (hier so verstanden als Abgrenzung zum sog. Seiteneinstieg als Direkteinstieg ohne Vorbereitungsdienst in den Schuldienst) ist seit zehn Jahren von der KMK als Sondermaßnahme im Bereich der allgemeinen Bildung zugelassen.“ So beginnt dieses Kapitel des Manifests (S. 15).
Wie so oft, lässt sich beim Quereinstieg in das Lehramt kein konsistentes Konzept erkennen, schon gar nicht bundesweit. Für Hessen gibt es immer wieder Quereinstiegsprogramme für bestimmte Mangelfächer. Die Regularien sind kompliziert und es kann sein, dass an der Uni Scheine nachgemacht werden müssen oder/und ein (Teil-)Vorbereitungsdienst absolviert werden muss, an dessen Ende ein Staatsexamen steht, welches zu einem regulären Lehramtsabschluss führt. Diese Fälle sind eher selten, ich kenne wenige.
Das hier diskutierte Manifest geht dann darauf ein, dass die Ständige Wissenschaftliche Kommission der KMK (SWK) die Qualifikation der Quereinsteiger an die Universitäten binden will und fordert hier eine stärkere Einbindung der Landesinstitute und Institutionen der 2. Phase der Lehrkräfteausbildung (Zu den Phasen der Lehrkräftebildung: https://lehramtswiki.uni-due.de/index.php/Phasen_der_Lehrerausbildung). Ich denke, dass die Universitäten keine geeigneten Orte sind, es sei denn, es geht tatsächlich um rein fachliche Nachqualifizierungen und selbst da habe ich Zweifel. In Hessen gehören die Universitäten zu einem anderen Ministerium als die Schulen und die professorale Autonomie führt dazu, dass das Lehramt gerne belächelt wird und hinter die „echte“ Wissenschaft zurücktreten muss. So habe ich es selbst in meiner Studienzeit erlebt (Ja, ich weiß: Anekdotische Evidenz). Die Studienseminare in der 2. Phase der Ausbildung können hier eine Rolle spielen, noch besser geeignet sind aber, meiner Meinung nach, die Schulen als Orte der Praxis selbst. Dieser Aspekt fehlt leider im Manifest. Und natürlich fehlen dafür die Ressourcen an den Schulen, aber die könnte man ja schaffen (vgl. Fazit).

Häufiger als zum Quereinstieg kommt es zum Seiteneinstieg, der nicht mit einer berufsbegleitenden Qualifikation verbunden ist, zunächst in befristeten Beschäftigungsverhältnissen stattfindet und deutlich schlechter bezahlt wird. Da verdienen dann Menschen mit Abschlüssen an renommierten Universitäten ein unterdurchschnittliches Gehalt. Das muss man wirklich wollen. Hessen hat den Verdienst mittlerweile etwas angehoben, aber der Abstand zu regulären Lehrkräften ist immer noch groß. Außerdem gibt es keine Aufstiegsmöglichkeiten. Daher bleibt festzuhalten, dass der Seiteneinstieg in der Regel mit finanziellen Opfern einhergeht. Dennoch gibt es mehr Seiten- als Quereinsteiger, was vermutlich an den wenigen Programmen für den Quereinstieg liegt und dies auch nur bestimmte Fächer betrifft, die ohnehin zu wenig studiert werden.:
„Die quantitative Entwicklung des Quereinstiegs hat angesichts des Mangels an Lehrkräften in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Die SWK geht davon aus, dass knapp 10 % der Neueinstellungen Seiteneinsteigerinnen sind und 4-5 % Quereinsteigerinnen. In einzelnen Ländern liegt der Anteil der quereinsteigenden sogar über 50 %.“ heißt es in dem Manifest (S.15)
Man kann den Seiteneinstieg natürlich kritisch sehen, es fehlt ja in der Regel die pädagogische und didaktische Qualifikation. Und dennoch gibt es herausragende Beispiele für erfolgreiche Seiteneinstiege. (Genauso wie es Beispiele für Lehrkräfte mit voller Ausbildung, Seiten- und Quereinsteiger gibt, die dann doch auf Dauer nicht für den Job geeignet sind). Auch für Lehrkräfte gibt es übergeordnete Kompetenzen und Haltungsfragen, die eine gute Lehrkraft ausmachen und die sich nur begrenzt in der Lehrkräfteausbildung vermitteln lassen. Ich rede hier zum Beispiel von einer außerordentlichen Fähigkeit zur Selbstreflexion und einem adultismusfreien Menschenbild um auf der Beziehungsebene mit den Schülerinnen und Schülern in Resonanz treten zu können. Erst dann können eigentlich Lernen und Bildung stattfinden und das ist eine hohe Kunst, bei der auch Talent, eine Fehlerkultur und ein internalisiertes Growth Mindset eine Rolle spielen. Das sind auch Dinge, die man nicht abprüfen kann, die man nicht anordnen kann und die man nicht mal eben implementieren kann. Dafür bedarf es konzertierter und orchestrierter, langwieriger Change-Prozesse.
Manche Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger bringen solche Fähigkeiten aber mit und können ganz schnell wertvolle Mitglieder einer Schulgemeinschaft werden. Wie soll das System mit denen umgehen? Welche Perspektiven können solche Menschen haben? Kettenverträge und dann eine Entlohnung deutlich unter der der Kolleginnen und Kollegen? Nachstudieren und ein Referendariat machen, auch wenn man schon im fortgeschrittenen Alter ist oder schon ein Studium auf hohem Niveau absolviert hat, was aber nicht in den schulischen Fächerkanon passt?
Hier sehe ich ein individuelles Training on the Job als einzig sinnvolle Lösung und dafür braucht es fähige Personen aus den Kollegien vor Ort, die die dafür nötigen Ressourcen zur Verfügung haben (Vgl. Fazit).

Training von Quer- und Seiteneinsteigern in der Schule

Um sowohl Quer- als auch Seiteneinsteigende sinnvoll in die Berufspraxis einzuführen und fachlich, pädagogisch und didaktisch nachzuqualifizieren bedarf es also mehr Ressourcen und da sind wir bei den eingangs erwähnten Interdependenzen mit den anderen Forderungen des Bildungsrates von unten.

Zum einen hilft es das Angebot an Fachpersonal in Schulen zu erhöhen (Forderung 2). Mehr Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, Fachkräfte für Psychologie und Medientechnik, Verwaltungsassistenzen und Laborhilfen, IT-Kräfte oder medizinisches Personal und andere Fachleute könnten die Lehrkräfte im Kerngeschäft entlasten und gleichzeitig für einen Professionaliserungsschub in Schule sorgen. Dieses Personal könnte dann durchaus auch Funktionen in der Lehre erfüllen. Eine Gesundheitsfachkraft kann Suchtprävention, sexuelle Aufklärung oder Ernährungslehre einbringen, eine IT-Kraft kann ein freiwilliges Angebot zum „Computerschrauben“ machen oder in der Informatik mitarbeiten und eine Psychologin oder ein Psychologe kann Resilienztrainings durchführen usw. Der Fantasie sind da praktisch kaum Grenzen gesetzt, wenn Schule bereit ist sich dahingehend zu öffnen und ihr die nötigen Mittel an die Hand gegeben werden.

Mehr andere Professionen ins Lehrerzimmer!

Zusätzlich muss die Stundentafel auf den Prüfstand und entschlackt werden (Forderung 6). Die curricularen Inhalte und die zu unterrichtenden Fächer und damit Stunden haben eine Tendenz zur Vermehrung; zum Beispiel Blockflöte und Digitale Welt in Hessen oder mehr Deutsch und Mathe in bayerischen Grundschulen. Dazu noch Berufsorientierung mit immer mehr Praktika, soziales Lernen, Sucht- und Gewaltprävention und vieles mehr und, ach ja, natürlich auch Lesen, Schreiben, Rechnen, Geographie und Chemie, Latein und Englisch, Religion und Kunst, Musik und Sport, vielleicht auch noch Wirtschaft, Recht, Philosophie, Japanisch, Polnisch und was weiß ich. Das sind alles tatsächliche Fächer und Aufgaben von Schule. Dazu kommen dann ja noch die ganzen immer wieder diskutierten Wunschfächer wie Glück, Steuern, Mietvertrag oder Haushaltskasse. Sind wir mal ehrlich, das ist doch Unfug. Wir brauchen in den Schulen weniger Inhalt, viele Inhalte lassen sich mit den modernen Medien in einer Kultur der Digitalität erschließen, wenn die Schülerinnen und Schüler eben dieses Erschließen in selbstständigen Lernprozessen erlernt haben. Darauf müssen wir den Fokus richten. Lehrende müssen weg von der reinen Instruktion und hin zu mehr (Lern-)Coaching. Die aktuellen Fächer und ihre Inhalte werden den komplexen Herausforderungen und Zusammenhängen des 21. Jahrhunderts nicht mehr gerecht. In welchem Fach soll denn zum Beispiel Grundlagenwissen zum Klimawandel oder zu Künstlicher Intelligenz unterrichtet werden? Und ab welchem Alter? Mit welchem Prüfungsziel? Bei Fächern und Inhalten ist weniger mehr: Weniger statisches Wissen, dafür mehr Prozesswissen und mehr Kompetenzorientierung.

Letztlich muss die Arbeit an Schulen wieder mehr Wertschätzung erfahren und dadurch attraktiver werden (Forderung 9). Das kann dann gelingen, wenn endlich wieder deutlich gemacht wird, dass den Schulen für die Gestaltung der Zukunft eine bedeutende Rolle zukommt. In einer VUCA-Welt ist es unerlässlich Zukunftskompetenzen zu erlangen und resilient zu werden. Es ist wichtig Demokratie und Anerkennung einzuüben und nachhaltige Entwicklung zu verstehen. All das kann Schule leisten, wenn man sie lässt. (Vgl, dazu die Newsletter 02 und 08 auf dieser Homepage)

Fazit
Wir müssen jetzt handeln, um später davon profitieren zu können. Wir müssen jetzt Inhalte entschlacken und daraus Ressourcen generieren um hinreichend Quer- und Seiteneinsteigende verschiedener Professionen in das System Schule zu integrieren, mit denen wir dann gemeinsam die Schule und das Lernen der Zukunft gestalten können. Es geht dabei mitnichten um eine Deprofessionalisierung von Schule und Lehrkräften! Im Gegenteil, die Profession der vorhandenen Lehrkräfte ist wichtiger denn je.
Weniger von dem, was wir bisher hatten, führt dann zu mehr von dem, was wir in Zukunft benötigen. Wenn es sein muss, müssen wir dafür unter Umständen jetzt Stunden kürzen, auch bei den Hauptfächern, nur so können wir dringend benötigte Ressourcen zur Schulentwicklung generieren, die uns zukunftsfähig macht.
Das wird uns alles nur mit ausreichend qualifizierten Quer- und Seiteneinsteigenden gelingen, die die Chance haben als gleichwertige Lehrkräfte in den Schuldienst integriert zu werden!

In der Schule der Zukunft.

Anmerkung: Der Text ist wirklich handgeschrieben, die Bilder sind mit DALL-E generiert und natürlich ist nicht intendiert Quer- und Seiteneinsteiger als Tiere zu bezeichnen. Die Integration der doch eher sympathischen Tiere in die Lehrerzimmer soll schlicht und einfach etwas erheitern und den langen Text auflockern.

Ergänzende Anmerkungen zur Lehrkräftearbeitszeit:
Da sich die anderen BloggerInnen der Parade auf das Thema Arbeitszeit konzentrieren, hier eine kurze Ergänzung dazu von mir:
Viele Aspekte, die Kontroversität und die Schwierigkeiten bei der Messung von Arbeitszeit von Lehrkräften können in den verschiedenen Blogbeiträgen zur Blogparade nachgelesen werden (siehe unten).
Einen unpopulären Aspekt möchte ich noch ergänzen. Eine wirklich umfassende und exakte Erfassung der Arbeitszeit würde vermutlich große Ungleichheiten innerhalb der Kollegien ergeben, die sich aus der Fächerkombination und dem über den Unterricht hinausgehenden Engagement ergeben. Dazu kommen noch Lebensabschnittsbedingte Disparitäten und mögliche Karriereambitionen. Das birgt enormes Konfliktpotenzial, allerdings gibt es wohl in jedem Beruf „High- und Low-Performer“.
Letztlich lässt sich bei den meisten Berufen, abgesehen vielleicht von der Fließbandarbeit, eine rein am Output orientierte Erfassung von Arbeitszeit und Leistung nicht sinnvoll realisieren.
Dennoch, wer diesen Aspekt sinnvoll zu Ende diskutieren will, muss letztendlich auch über den Beamtenstatus diskutieren, aber das wäre dann vielleicht mal ein schönes Thema für eine andere Blogparade.

Nach Veröffentlichung erfolgte Ergänzungen zum Thema:
Ein Beitrag der Telekom-Stiftung zur Notwendigkeit von Quer- und Seiteneinsteigenden im MINT-Bereich: https://www.telekom-stiftung.de/sites/default/files/files/MINT-Personal%20an%20Schulen_Zusammenfassung.pdf.

Weitere Beiträge zur Blogparade:
Die weiteren Beiträge befassen sich bisher fast alle mit der Arbeitszeit von Lehrkräften, daher habe ich einen kurzen Abschnitt dazu in meinem Beitrag oben ergänzt.

Jan Martin Klinge auf Halbtagsblog:
https://halbtagsblog.de/2024/02/04/blogparade-2-arbeitszeiten-in-der-schule-erfassen/.

Gastbeitrag von „Lehrer mit Bart“ auf Halbtagsblog:
https://halbtagsblog.de/2024/02/10/arbeitszeiterfassung-gastbeitrag/.

Thomas Kuban auf Kubiwahn:
https://www.kubiwahn.de/2024/02/arbeitszeiten-in-der-schule-erfassen/.

Die reine Leere:
https://reine-leere.de/lehrerarbeitszeit-gemessen-statt-gefuehlt-edublogparade-2/.

Matthias Lausmann auf Herr Mess:
https://herrmess.de/2024/02/10/edublogparade2024-runde-2-arbeitszeiterfassung-fuer-lehrkraefte/#comments.

Timo Off:
https://www.timo-off.de/2023/eigentlich-keine-arbeitszeiterfassung-aber/.

Fengler Schule:
https://fengler.schule/?p=75.

Christiane Schicke:
https://moewenleak.wordpress.com/2024/02/11/blogparade-2-arbeitszeiten-in-der-schule-erfassen/.

Tobias Schreiner:
https://tobias-schreiner.net/2024/02/17/arbeitszeiterfassung-in-der-schule/.

Es gibt noch einen Beitrag von Julius Becker zum Thema „Stundentafel entschlacken“:
https://monsieur-becker.de/2024/stundentafel-entschlacken/.

6 Gedanken zu „2024-04: Auseinandersetzung mit dem Manifest des Bildungsrates – als Teil einer „Blogparade““

  1. Der größte Handlungsbedarf bei Seiteneinsteigenden liegt meines Erachtens darin, hier überhaupt einmal einen verbindlichen Weg zu schaffen. Der dauerhafte Zugang zum Lehrerberuf hängt momentan sehr stark von schlichtem Glück ab: Zunächst einmal muss man über mehrere Jahre möglichst unterbrechungsfrei Vertretungsstellen besetzt haben, bevor eine Entfristungsklage vor Gericht Aussicht auf Erfolg hätte. Dafür gibt es nirgendwo verbindliche Zahlen, lediglich die Erfahrung aus erfolgreichen Klagen; die GEW empfiehlt auf dieser Basis, dass es mindestens sechs Jahre sein sollten bevor eine Entfristung angestrebt wird. (Ein zu früher Antrag birgt die Gefahr, dass auf die Ablehnung eine Sperre für weitere Vertretungstätigkeiten folgen kann, um auch in Zukunft eine Einstellung zu vermeiden. Es ist also ein Stück weit ein Nervenspiel.) Und dann braucht man auch einen konkreten Vertretungsvertrag, der sich vom Umfang her überhaupt zu entfristen lohnt – wer den Lehrerberuf für sich als Zukunft sieht, hat vermutlich meist wenig davon „nur“ eine halbe Stelle zu entfristen; Vertretungsstellen in Vollzeit sind aber nicht häufig anzutreffen, zumal Seiteneinsteigende nicht immer automatisch eine fachliche Doppelqualifikation für zwei Fächer mitbringen.

    Die Bezahlung ist zweifellos auch eine Sache; Seiteneinsteigende bleiben für die gesamte Berufszeit knapp unter dem Niveau einer frischgebackenen verbeamteten Lehrkraft. Sie haben oftmals allerdings auch weniger Verpflichtungen, da sie häufig Nebenfächer unterrichten (keine Korrekturen), nicht in den Abiturjahrgängen (oder überhaupt der Oberstufe) eingesetzt werden dürfen und meistens(?) keine Klassenleitung bekommen.

    1. Danke für die Konkretisierung. Ich denke auch, dass ein sinnvolles Verfahren und eine berufsbegleitende Qualifizierung nötig sind. Der Weg über Kettenverträge und Klage ist imho unwürdig und keine Lösung.

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