Liebe Schulgemeinschaft,
ein neues Schuljahr hat begonnen. Ein Jahr mit vielen Erwartungen, Hoffnungen und Träumen, vielleicht aber auch mit Ängsten und Widerständen.
Dabei ist eines ganz normal: Niemand startet mit den gleichen Voraussetzungen. Manche freuen sich darauf, Freundinnen und Freunde wiederzusehen. Andere sind gespannt auf die neue Klasse oder den nächsten Lebensabschnitt. Einige blicken voller Vorfreude auf das, was kommt und wieder andere würden die Ferien am liebsten noch ein wenig verlängern.
Ein neues Schuljahr ist immer auch ein Neustart. Er ist eine Einladung, neu anzufangen. Fehler aus dem vergangenen Jahr müssen nicht die Zukunft bestimmen und nicht wiederholt werden. Enttäuschungen dürfen zurückbleiben. Und kleine Schritte sind oft wichtiger als große Vorsätze.
Vielleicht gelingt in diesem Schuljahr nicht alles auf Anhieb. Das muss es auch nicht. Lernen bedeutet, Dinge auszuprobieren, Rückschläge auszuhalten und immer wieder aufzustehen. Genau darin liegt Entwicklung.
Ich wünsche allen Schülerinnen und Schülern Neugier, Mut und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Den Eltern wünsche ich Gelassenheit und die Zuversicht, ihre Kinder auf ihrem Weg richtig zu begleiten. Und uns allen wünsche ich, dass wir freundlich miteinander umgehen, einander unterstützen und nie vergessen, dass Schule von den Menschen lebt, die sie jeden Tag gemeinsam gestalten.
In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen guten Start und ein Schuljahr mit vielen kleinen und großen Erfolgserlebnissen.
Ich würde sogar noch einen psychologischen Gedanken ergänzen, den ich sehr mag: Menschen überschätzen oft, wie perfekt sie starten müssen, und unterschätzen, was sie mit kleinen, kontinuierlichen Schritten erreichen können. Das ist wissenschaftlich gut belegt und passt hervorragend zum Schuljahresbeginn.
Ihr
Erik Grundmann
Und hier wieder als Angebot, ein paar wenige Links, Tipps und Empfehlungen:
Interessantes
Der aktuelle „Brainrot“-Trend macht deutlich, dass die eigentliche Herausforderung digitaler Medien nicht einzelne Spiele oder Plattformen sind, sondern eine Aufmerksamkeitsökonomie, die auf schnelle Reize und permanente Belohnung setzt. Schule muss deshalb mehr denn je ein Ort sein, an dem konzentriertes Denken, Selbststeuerung und echte Lernprozesse bewusst gefördert werde. Ein Beitrag dazu bei „Medienzeit-Elternblog“: https://www.medienzeit-elternblog.de/blog/brainrot-stumpft-ab-roblox-echtes-problem.
Aus aktuellem Anlass: https://deutsches-schulportal.de/schule-im-umfeld/es-braucht-mehr-bewusstsein-fuer-den-hitzeschutz-an-schulen/.
Jan Martin Wiarda hat zum Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung gebloggt: https://www.jmwiarda.de/blog/2026/08/03/ein-rechtsanspruch-der-die-schule-veraendern-wird.
Schulentwicklung
Das „Deutsche Schulportal“ zu professionellen Lerngemeinschaften, Spoiler: Lehrkräfte sollen gemeinsam am Lernen der Schülerinnen und Schüler arbeiten“: https://deutsches-schulportal.de/schulkultur/professionelle-lerngemeinschaften-wie-lehrkraefte-gemeinsam-unterricht-erproben/https://deutsches-schulportal.de/schulkultur/professionelle-lerngemeinschaften-wie-lehrkraefte-gemeinsam-unterricht-erproben/.
Smartphone und Social Media
Der „SPIEGEL“ berichtet über die JIM-Plus-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbands Südwest: https://www.spiegel.de/panorama/bildung/jim-plus-studie-jugendliche-erleben-social-media-als-drahtseilakt-a-72b56b57-6133-4502-bbce-e50e1f7defbd.
Einen weiteren Beitrag gibt es bei „Medienzeit-Elternblog“: https://www.medienzeit-elternblog.de/blog/jimplus-studie-2026-social-media-jugendliche. Und hier gibt es die Studie: https://mpfs.de/studie/jimplus-2026/.
Bei „Schau hin!“ gibt es interessante Tipps zur kreativen Mediennutzung für verschiedene Altersgruppen: https://www.schau-hin.info/tipps-regeln/ideen-fuer-kreative-mediennutzung.
„Netzpolitik.org“ zieht eine interessante Bilanz zum Social-Media-Verbot in Australien: https://netzpolitik.org/2026/australien-zieht-bilanz-fuenf-erste-lehren-aus-dem-social-media-verbot/.
„Heise online“ berichtet über die negativen Auswirkungen sozialer Medien auf schulische Leistungen. Eine aktuelle Studie mit über 5.000 Jugendlichen zeigt, dass ein früher Einstieg in soziale Medien mit schlechteren schulischen Leistungen zusammenhängt, selbst wenn soziale Herkunft und Bildungsniveau der Eltern berücksichtigt werden. Das spricht für klare altersgerechte Regeln und einen bewussten Aufbau von Medienkompetenz, statt allein auf Verbote oder unbegrenzte Freiheit zu setzen: https://www.heise.de/news/Social-Media-Nutzung-Fruehe-eigene-Accounts-druecken-Schulleistungen-11395830.html.
„heise online“ zu den Forderungen nach einem Verbot von Smart Glasses: https://www.heise.de/news/Kamerabrillen-Digitalrechtler-starten-Petition-gegen-Metas-Smart-Glasses-11410637.html.
KI
Manuel Flick hat seine Facharbeit von 2008 auf KI prüfen lassen: https://www.manuelflick.de/news/meine-facharbeit-ist-zu-47-prozent-ki.
Ein Artikel im „Guardian“ weißt noch einmal auf die Gefahr der Veröffentlichung von Kinderfotos im Netz hin. Britische Kinderschutzorganisationen empfehlen Schulen inzwischen, identifizierbare Fotos von Schülerinnen und Schülern möglichst nicht mehr zu veröffentlichen. Der Grund ist nicht der Datenschutz allein, sondern ein neues Risiko: Mit generativer KI können selbst harmlose Bilder für Deepfakes und Erpressungsversuche missbraucht werden. Schule muss deshalb den Schutz von Kindern im digitalen Raum neu denken. Deshalb schränken wir die Nutzung von Bildern auf unserer Homepage stark ein: https://www.theguardian.com/technology/2026/may/08/uk-schools-remove-pupils-photos-online-ai-blackmail-threat-grows.
„Ground Level AI“ ordnet das Ausbrechen der Agenten von OpenAI ein: https://www.groundlevel-ai.com/p/openai-gives-first-detailed-debrief.
Ein altes Browser-Spiel zeigt überraschend anschaulich, worin die eigentliche Herausforderung moderner KI liegt: Nicht einzelne Antworten werden automatisiert, sondern ganze Tätigkeiten. Die Bildungsfrage lautet deshalb nicht mehr nur, was Schülerinnen und Schüler lernen sollen, sondern welche Denk- und Arbeitsprozesse auch im Zeitalter intelligenter Agenten unverzichtbar bleiben: https://www.linkedin.com/pulse/old-browser-clicker-game-showing-what-currently-going-claudia-feiner-el1ue/.
OpenAI entwickelt KI zunehmend von einem Antwortsystem zu einem Arbeitssystem. Statt einzelne Fragen zu beantworten, übernehmen KI-Agenten ganze Arbeitsabläufe. Für Schule bedeutet das eine neue Herausforderung: Entscheidend wird künftig weniger das Ausführen einzelner Aufgaben als die Fähigkeit, komplexe Arbeitsprozesse zu planen, zu steuern und kritisch zu verantworten: https://www.forbes.com/sites/rayravaglia/2026/08/04/openai-education-plugins-move-ai-from-answers-to-workflows/.
Modelle, Praxisbeispiele und didaktische Konzepte zu KI gibt es inzwischen viele. Die eigentliche Herausforderung liegt heute weniger im Wissen über Veränderung als in ihrer Umsetzung. KI macht damit sichtbar, was Schulentwicklung schon lange begleitet: Gute Ideen verändern Schule nicht, erst konsequente Implementierung tut es: https://haak3.de/wir-haben-doch-die-modelle-warum-ki-transformation-an-schulen-trotzdem-stockt/.
Dänemark rüstet gegen KI-Schummelei auf, schreibt „t3n“: https://t3n.de/news/ki-schummelei-schulen-daenemark-massnahmen-1757064/.
Tipps für den Unterricht
Peter Fratton zu Selbstorganisiertem Lernen: https://peterfratton.com/2026/08/01/selbstorganisierter-minimalismus/.
Hendrik Haverkamp und Benedikt Wisniewski fordern auf dem „Deutschen Schulportal“ die De-Implementierung von Korrekturen: https://deutsches-schulportal.de/expertenstimmen/korrekturen-de-implementierung-einer-sinnlosen-praxis/.
Hauke Pölert beschreibt auf seinem Blog, wie man mit Vibe-Coding Lernspiele erstellt: https://unterrichten.digital/2026/07/13/ki-vibe-coding-schule-unterricht/.
Leseempfehlung
„Mut tut gut. Warum wir unseren Kindern mehr zutrauen können“ von Norbert F. Schneider und Maria M. Bellinger (Hamburg 2025). Das Buch war eine meiner Urlaubslektüren und erinnert daran, dass Kinder nicht an einem Mangel an Fürsorge scheitern, sondern manchmal an einem Mangel an Zutrauen. Eine lesenswerte Anregung für alle, die Kinder auf ihrem Weg begleiten in der Familie ebenso wie in der Schule.
Eine aktuelle Übersichtsarbeit bezeichnet Selbstregulationskompetenz als eine „Superkraft“ des Lernens: Sie beeinflusst nicht nur schulische Leistungen, sondern auch psychische Gesundheit, soziale Entwicklung und langfristigen Lebenserfolg. Entscheidend ist dabei, dass Selbstregulation nicht als Zusatzprogramm verstanden wird, sondern als Leitprinzip guter Schule, getragen von hochwertigem Unterricht, klaren Strukturen, wirksamem Classroom Management und einer gemeinsamen Lernkultur: https://link.springer.com/article/10.1007/s10648-026-10190-z.
Hörempfehlung
https://bits-buffs-und-bildung.podigee.io/s1e51-neue-episode Hier geht es um „Offline (lokale) KI nutzen und nachhaltiger Umgang mit KI“, deshalb eine Empfehlung, weil wir im kommenden Schuljahr auch mit lokaler KI experimentieren wollen. Überhaut ist „Bits, Buffs und Bildung“ eine empfehlenswerte Podcast-Reihe.
Podcast zum Start ins Selbstgesteuerte Lernen von „Lehrer Off Duty“: https://open.spotify.com/episode/3nyze16KsEDysQfMwfsHxA.
Veranstaltungsempfehlung
Bob Blume am 23.09. im Bürgerhaus! Das zugehörige Plakat mit allen Infos gibt es im Anhang.
Bob Blume hat sich aktuell in seiner Kolumne auf dem „Deutschen Schulportal“ mit den Aufgaben von Schule in der Zukunft und „Flourishing“ beschäftigt.
Der international diskutierte „Flourishing“-Ansatz erinnert daran, dass Schule mehr ist als ein Ort des Kompetenzerwerbs: Bildung soll junge Menschen nicht nur auf Prüfungen oder den Arbeitsmarkt vorbereiten, sondern sie dabei unterstützen, ihre Persönlichkeit zu entfalten, Verantwortung zu übernehmen und ein gelingendes Leben zu führen. Fachliche Leistung und persönliche Entwicklung sind dabei keine Gegensätze, sondern bedingen einander: https://deutsches-schulportal.de/kolumnen/mehr-als-humankapital-wie-das-fundament-von-bildung-gerade-neu-gedacht-wird/.
Spaß im Netz
https://neal.fun/not-a-robot/.